Winterwanderung
Würzberg im Schnee
Am 05. Februar 2012
Würzberg ist Stadtteil von Michelstadt und die Gemarkung erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung auf einer Länge von 8 Kilometer entlang der bayerischen Landesgrenze. Die höchste Erhebung der Gemarkung ist der "Rote Buckel" mit 544 Metern.
Auf der Hochebene im Odenwald ist im Winter sehr oft eine geschlossene Schneedecke, die nicht nur für Wanderer, sondern auch für Ski-Langläufer ihren besonderen Reiz hat.
Es werden wie gewohnt 2 Wanderstrecken mit unterschiedlichen Anforderungen angeboten. Während für die Kurzwanderer 11 km auf dem Programm stehen, gilt es für die Langwanderer 16 km zu bewältigen. Festes Schuhwerk ist erforderlich.
Wir Wandern gemeinsam zum Bullauer Bild. Das Bullauer Bild steht an einer alten Pilgerwegkreuzung auf dem Weg zum Wallfahrtsort Walldürn. Der Bildstock mit dem Heiligenbild ist in eine Buche eingewachsen. Laut eingemeißeltem Datum wurde der Stein im Jahr 1561 aufgestellt.
Hier trennen sich die Wege der Langwanderer von den Kurzwanderern. Die Langwanderer wandern weiter in den Eutergrund, ein Ortsteil von Bullau zum tiefsten Punkt der Winterwanderung, um dann den Anstieg zum Kastell Würzberg zu erklimmen. In römischer Zeit verlief auf dem Würzberger Höhenzug der Neckar-Odenwald-Limes, zwei Römerkastelle lagen hier, das Kastell Eulbach im Norden und das Kastell Würzberg zwei Kilometer südlich von Würzberg. Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Wizberg datiert von 1310.
Vom Kastell Würzberg geht es weiter nach Würzberg zur gemeinsamen Mittagsrast.
Der Sender Würzberg nahe dem gleichnamigen Würzberg im Odenwald ist eine Anlage des Hessischen Rundfunks zur Verbreitung von UKW- und TV-Programmen in Südhessen. Die Anlage ist seit 1951 in Betrieb und verwendet als Antennenträger einen 100,5 m hohen abgespannten Stahlfachwerkmast der weithin sichtbar ist.
Nach der Mittagsrast geht es wieder auf getrennten Wegen zum Eulbacher Park, wo wir gemeinsam unsere Wanderung beschließen, um mit dem Bus die Heimfahrt anzutreten.
Wir treffen uns zur Abfahrt mit dem Bus um 09:00 Uhr am Bürgerhaus in der Waldstraße in Eppertshausen. Die gemeinsame Rückfahrt ist für 17:00 Uhr geplant.
Der Fahrpreis beträgt 11,00 € für Mitglieder und 16,00 € für Nichtmitglieder. Kinder und Jugendliche sind bei unseren Wanderfahrten kostenfrei. Gäste, die an unseren Wanderungen teilnehmen möchten, sind immer herzlich willkommen. Wandern im Verein ist immer ein Erlebnis.
Anmeldungen bei Wanderführer Ludwig Scharf unter der Tel. 06071/34159 und Familie Marianne und Manfred Hechler unter der Rufnummer 06071/35429.
Bei der Anmeldung ist eine Essensvorbestellung nötig.
Hier finden Sie die Speisekarte als PDF-Datei.
gasthaus-zum-hirsch.pdf [171 KB]
Historisches über die
„Birkenhainer Straße“
Der Odenwaldklub Eppertshausen wandert in den nächsten drei Jahren auf der "Birkenhainer Straße" von Hanau nach Gemünden am Main.
Die Birkenhainer Straße ist heute ein insgesamt 71 Kilometer langer Wanderweg, der von Hanau im Westen über die Höhenrücken des Spessarts nach Osten bis Gemünden am Main führt. Dabei folgt die Wegführung einer historischen Handelsstraße, die früher Rheinfranken mit Ostfranken verband. Sie gehörte wie der Eselsweg zu einem weit gespannten Netz von Fernhandelswegen. Ihren Namen hat die Birkenhainer Straße von der Waldabteilung „Birkenhain“ bei Geiselbach.
Wie vielfach in den Mittelgebirgen zu beobachten ist, bevorzugte man früher Verkehrsverbindungen über die Höhenzüge zu führen. Die Wege in den Flusstälern wurden in Regenperioden unpassierbar, Pflanzen wucherten, Dickicht entstand rasch, so dass die Wege auf den Höhen übersichtlicher und leichter zu bereisen waren. Als Transportmittel dienten zuerst Esel, dann schmale Karren und später auch größere Gefährte, die mit bis zu 18 Zentner Fracht beladen waren.
Schon die Kelten unterhielten ein verzweigtes Handelsnetz. Hügelgräber aus der Keltenzeit zwischen 1200 – 400 v. Chr., die man an der Birkenhainer Straße fand, zeigen eindeutig, dass damals schon über diese Straße Handel getrieben wurde. Grabbeigaben wie Bernstein oder Feuersteinklingen aus einer Flintsorte, die von der mittleren Loire in Frankreich stammte, belegen dies deutlich.
Im Mittelalter war die Birkenhainer Straße für Händler die wichtigste Ost-West Querung, im Spessart. Fürsten und Kaiser benutzten die Straße um zu ihren Pfalzen, zum Beispiel Gelnhausen oder Frankfurt, zu gelangen. Das Militär marschierte auf ihr von Standort zu Standort. Auch als überregionale Route wurde die Straße genutzt. So zogen große Viehherden aus Südosteuropa, ohne Überquerung des Mains, in Richtung Frankfurter Messe. Ein Dokument aus dem Jahre 1422 belegt, dass Konrad von Weinsberg, Reichshauptmann dreier Kaiser, Ochsen von Ungarn bis nach Mainz treiben ließ.
Die Birkenhainer Straße gehörte zu den Reichsstraßen und war damit eine öffentliche Straße. Das bedeutete, dass der Inhaber der Straße, der sie als Lehen bekommen hatte, verpflichtet war, für die Sicherheit der Reisenden zu sorgen, ihnen sozusagen das „Geleit“ zu geben. Dies ließ er sich von den Reisenden bezahlen, musste allerdings im Gegenzug auch für entstandene Schäden aufkommen. Nachdem verarmte Ritter sich immer öfter als Raubritter betätigten und der Kampf ums nackte Überleben auch einfache Spessartbewohner veranlasste Transporte zu überfallen, wurde ein bewaffnetes Geleit notwendig. Durch den Bau von Geleithäuschen, Unterkünfte für die Bewacher, sollten solche Vorkommnisse unterbunden und die Reisenden besser geschützt werden.
Da auch in den Höhenlagen mit der Zeit durch den großen Lastenverkehr die Spuren tief ausgefahren waren, wurde der Straßenverlauf mehrfach verlegt. So lassen sich entlang der Birkenhainer Straße an einigen Stellen bis zu 10 Hohlwege nebeneinander ausmachen.
Straßen und Höhenzüge wurden im Mittelalter auch gerne als Grenzmarkierungen genutzt. So sind an der Birkenhainer Straße interessante Grenzsteine zu finden. Vom Hanauer Neuwirtshaus bis zur Bayrischen Schanz folgt der Wanderweg weiten Strecken der Grenze zwischen dem Gebiet der Mainzer Erzbischöfe auf der einen und dem Gebiet der Hanauer Grafen auf der anderen Seite. Bereits 1495 wurde ein Teil dieser Grenzziehung auf dem Reichstag zu Worms beurkundet. Nach dem Aussterben der Grafen von Hanau, übernahmen die Landgrafen und späteren Kurfürsten von Hessen-Kassel deren Erbe. 1866 ging der Besitz an Preußen über. Nachfolger des Kurfürstentums Mainz wurde Bayern. So findet man auf einem großen Teil der Grenzsteine auf der einen Seite die Sparren des Hanauer Wappens, auf der Mainzer Seite das bischöfliche Rad und zusätzlich noch die Buchstaben KP und KB für die Königreiche Preußen und Bayern. Im östlichen Bereich der Straße kommen dann noch Grenzsteine mit dem Wappen der Grafen von Rieneck hinzu.
Heute folgt die hessisch-bayrische Landesgrenze zu einem großen Teil dem Wegverlauf der Birkenhainer Straße.


