Themenverzeichnis


Alle grün dargestellten Themen im Verzeichnis können durch das Anklicken aufgerufen werden


Thema des Jahres 2015 - Unser Wasser
Thema des Jahres 2014 - Unsere Böden
Thema des Jahres 2013 - Unsere Bienen
Thema des Jahres 2012 - Die Energiewende
Thema des Jahres 2011 - Wetter und Klima
Thema des Jahres 2010 - Unser Wald
Thema des Jahres 2009 - Unser Wasser
Thema des Jahres 2008 - Hecken in der Landschaft
Thema des Jahres 2007 - Streuobstbau
Thema des Jahres 2006 - Landschaftsnutzung
Thema des Jahres 2005 - Landschaftspflege mit Tieren
2004 "Landschaftsplan", Fachplan für den Naturschutz (liegt nicht vor)
2003 "Patenschaften in der Landschaftspflege" (liegt nicht vor)
Hirschkäfer - Bau einer Hirschkäferwiege
Trockenmauern und Steinhaufen








Thema des Jahres 2015: Unser Wasser




„Unser Wasser“ wird 2015 das Jahresthema sein

Am Samstag, den 18. April 2015 um 10.00 Uhr findet die Einführung in unser Jahresthema statt. Hier werden wir Wasser von drei Bereichen betrachten.

-
Wasser als Daseinsvorsorge, als Menschenrecht

- Wasser als Ursprung des Lebens

- Wasser als Wirtschaftsgut

Wasser ist neben den Böden und der Luft das wichtigste Medium unserer Umwelt, Wasser ist für Menschen, Tiere und Pflanzen lebensnotwendig. Wasser kennt keine Grenzen, deshalb wird Wasser nach dem Einzugsgebiet geschützt. Die Vorgaben dieser Grenzen überschneidenden Flußgebietseinheiten werden in der EU-WRRL, Europäische Wasserrahmenrichtlinie, zur Bewirtschaftung und Schutz der Gewässer geregelt.

Allein im 20. Jahrhundert stieg der weltweite Wasserverbrauch um das 6-fache an. Diese Übernutzung geht auf Kosten kommender Generationen und der Umwelt. Gleichzeitig wurden 50% der weltweiten Feuchtgebiete verbaut oder ausgetrocknet. Durch Regulierung und Begradigung von Flüssen gingen wertvolle Überschwemmungsgebiete verloren. Desweiteren führt die zunehmende Bebauung dazu, dass Regenwasser nicht versickert, sondern direkt über ein Kanalnetz in die Flüsse eingeleitet wird. Eine nachhaltige Wasserversorgung kann nur durch die Sicherung der Grundwasserkörper und der Feuchtgebiete erreicht werden. Eine ähnliche Funktion haben Wälder, die gleichzeitig auch eine effektive Reinigung des Wassers bewirken.

Immer mehr international agierende Privatunternehmen versuchen Wasserwerke, die im öffentlichen Besitz sind, aufzukaufen, um über den Besitz von Wasservorräten ihre Macht und Renditen zu steigern. Wasser gilt deshalb jetzt schon als einer der wichtigsten Gründe für politische Konflikte im 21. Jhdt.

Wir werden neben dem Schutz der Oberflächengewässer und dem des Grundwassers auch den Schutz von Personen und Sachen betrachten. Ergänzt werden unsere Betrachtungen durch drei Exkursionen, wobei der Schwerpunkt auf Quellen und Mühlen gelegt wird.

M. Hechler








Thema des Jahres 2014 - Unsere Böden




Einführung Thema 2014: „Unsere Böden“

Wir setzen unsere Jahrestreffen des Fachbereiches Naturschutz mit dem Thema Boden fort
Der Boden ist zusammen mit Luft, Wasser und Sonnenschein eine unentbehrliche Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Die in Jahrtausenden entstandenen Böden sind Nahrungs- und Rohstoffquellen, sie reinigen das Niederschlagswasser, speichern
Treibhausgase, filtern Schadstoffe und sind Lebensraum für artenreiche Lebensgemeinschaften. Ein pfleglicher und nachhaltiger Umgang mit dem nicht erneuerbaren Rohstoff Boden ist dringend geboten. Tatsächlich sind Böden in vielfacher Weise gefährdet und von Verschlechterung bedroht.
Die Gefährdungen sind:
die zu hohe Bodenversieglung, die mit dem Flächenverbrauch für Siedlung und Verkehr einhergeht,
die Belastung der Böden mit Schadstoffen und Nährstoffeinträgen aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr,
die Bodenerosion durch nicht angepasste landwirtschaftlichen Anbaumethoden,
die Bodenverdichtung durch den Einsatz von schweren Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft.
Unser Ziel ist es, Böden wirksam zu schützen um ihre Nutz- und Fruchtbarkeit für künftige Generationen zu erhalten.

Unser Referent Dr. Karl-Josef Sabel war vor zwei Jahren beim Treffen zum Thema „Erneuerbare Energie“ in Eppertshausen. Dr. Sabel ist beim Taunusklub als Hauptnaturschutzwart tätig. Er wird mit zwei weiteren Geowissenschaftlern uns in das Thema
„Boden – das unbekannte Wesen“ einführen.

Manfred Hechler
Wanderverband Hessen e.V.
Landesnaturschutzwart


Hier noch einmal der Text als PDF-Datei:

einfuehrung-thema-2014.pdf [11 KB]








Wanderverband Hessen e.V. Naturschutz
Veranstalter: Odenwaldklub e.V. und Taunusklub e.V.

Fachtagung Naturschutz am 22. Februar 2014 in Eppertshausen, Haus der Vereine (im Bahnhof)
Bahnhof mit P&R-Platz
10.00 bis 14.00 Uhr Tagung, 14.00 bis 16.00 Uhr Exkursion
Jahresthema „Unsere Böden“
Boden und Bodenschutz, das Stiefkind unserer Umwelt
„Boden – das unbekannte Wesen“

Die Referenten:

Dr. Karl Josef Sabel
, Hauptnaturschutzwart des Taunusklub e.V. derzeit in Altersteilzeit, ehemaliger Lehrbeauftragter der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, bzw. Bodenkundler am Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG)
Thema: Was sind Böden und wie entstehen sie? Wie kommt es zu Diversität und unterschiedlicher Nutzung? Welche Böden sind in
Südhessen verbreitet und wie haben sie sich entwickelt?

Dr. Rainer Dambeck
, Institut für Physische Geographie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main
Thema: Geofaktor Boden - Eigenschaften, ökologische Funktionen, Nutzungsansprüche und gesellschaftliche Relevanz.

Dr. Klaus Friedrich, Dezernatsleiter Bodenschutz und Bodeninformationen am Hessischen Landesamt für Umwelt und
Geologie (HLUG) Thema: Aspekte des Bodenschutzes und Datengrundlagen für Planungs- und Vollzugsaufgaben in Hessen.

Überblick:
Auch wenn alle Menschen eine Vorstellung von „Boden“ haben, stellt zu Beginn der Vortragsreihe Dr. Karl Josef Sabel erst mal fest, was er und seine Kollegen als „Boden“ verstehen. Im weiteren Verlauf erläutert er, welche Faktoren und Prozesse zur Bodenbildung führen und dass unsere heutigen Böden in ca. 12 000 Jahren nur zwischen 3 und 12 Dezimeter „gewachsen“ sind. Die Vielgestaltigkeit der Bodenkarte von Hessen offenbart die Variabilität der Böden. Auf einige bodenbildende Faktoren unter dem regionalen Schwerpunkt Südhessen wird ausführlich eingegangen. Im Vordergrund stehen die Gesteine, zum einen der Löss des Dieburger Beckens, der Flugsand am Rande des Odenwaldes, die Flussablagerungen am Rhein und seinen Nebenflüssen und die eiszeitlichen Gesteinsdecken im Bergland. Da Böden auch Ausdruck des jeweiligen Klimas sind, zeigt Herr Sabel auch Beispiele aus längst vergangenen Klimaepochen, wie dem tropischen Klima des Tertiärs. Abschließend und auf den nachfolgenden Vortrag überleitend, betont er die schon Jahrtausende währende Einflussnahme des Menschen auf die Böden.

Dr. Rainer Dambeck widmet sich in seinem Vortrag dem Thema "Geofaktor BodenEigenschaften, ökologische Funktionen,
Nutzungsansprüche und gesellschaftliche Relevanz". Böden gehören wie Wasser und Luft zu den Lebensgrundlagen des Menschen und unterliegen intensiver Nutzung. Die Folgen einer Überforderung werden an Beispielen aus dem Buntsandstein-Odenwald offensichtlich. Der Vortrag gibt einen Einblick in die "Welt unter unseren Füßen". Dabei stehen die ökologischen Bodenfunktionen und Nutzungspotenziale im Fokus. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit zum nachhaltigen Umgang mit der nicht beliebig vermehrbaren Ressource verdeutlicht mit dem Ziel, das öffentliche Bewusstsein für den Schutz von Böden weiter zu fördern.

Der dritte Vortrag von Dr. Klaus Friedrich widmet sich dem Bodenschutz an einzelnen Beispielen. Es wird der derzeitige Stellenwert des Schutzgutes Boden in Fragen der Bewirtschaftung, Bodenbelastung und im Bereich der Bauleitplanung dargestellt. Ein wesentlicher Faktor zur Integration des Bodenschutzes in Nutzungs- und Planungskonzepte sind Bodeninformationen und Arbeitshilfen. Hierzu wird ein Überblick zur aktuellen Situation in Hessen gegeben.

Manfred Hechler
Wanderverband Hessen e.V.
Landesnaturschutzwart

Hier noch einmal der Text als PDF-Datei:

fachtagung_einladung_wanderverband_hechler.pdf [16 KB]




Zurück zum Themenverzeichnis






Thema des Jahres 2013 „Unsere Bienen“




Thema des Jahres 2013 „Unsere Bienen“

Als der Arbeitskreis Naturschutz des Odenwaldklubs 2005 den Bau von Nisthilfen für Wildbienen seinen Ortsgruppen vorgeschlagen hatte, erwartete er, dass die Mitglieder neue Ideen im praktischen Naturschutz entwickeln. Innerhalb von zwei Jahren kamen Rückmeldungen von über 30 Gruppen die ein Insektenhotel gebaut hatten. Grund für den Arbeitskreis Naturschutz sich mit den Wildbienen intensiver zu beschäftigen.
Wussten Sie, dass es in Deutschland mehr als 550 verschiedene Bienen-Arten gibt? In der Schweiz sind es über 580 Arten, in Österreich über 650 Arten und weltweit über 16.000 Arten. Von all diesen Arten ist nur eine einzige in der heimischen Fauna als Honig- und Wachslieferant bekannt: die Honigbiene (Apis mellifera), sie wird vom Menschen genutzt. Dagegen sind alle anderen Bienenarten wildlebend. So wie Nutzpflanzen und Wildpflanzen unterschieden werden, so unterscheiden wir die Honigbiene von den Wildbienen.

In den letzten Wochen kam ein Film in unsere Kinos der zu unserem Thema passt: „MORE THAN HONEY“ übersetzt „Mehr als Honig“.
Der Schweizer Markus Imhoof hat eine Dokumentation aus der Welt der Bienen zusammengestellt. Das Zitat der Titelseite „Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.“
(soll Albert Einstein einmal gesagt haben) Der Nobelpreisträger wusste, was die Bienen mit der Bestäubung der Blüten leisten. Ohne Bestäubung kein Obst und kein Gemüse, mehr als ein drittel unserer Nahrung hängt davon ab.
Weltweit sterben die Bienen, hier ist die Honigbiene gemeint, keiner weiß warum? Markus Imhoof versucht Antworten zu geben, kritisch und provozierend. „Ich suche nach dem Grund für das Bienensterben - und begegne dem göttlichen Wachstumsversprechen, das wir schon in der Sonntagsschule lernen: Seid fruchtbar und mehret euch und machet euch die Erde Untertan.“
„Das Bienensterben ist gar kein Mysterium. Sie sterben nicht einfach an Pestiziden oder Milben oder Antibiotika oder Inzucht oder Stress. Es ist die Summe von allem. Die Bienen sterben am Erfolg der Zivilisation.
Sie sterben am Menschen, der aus Wildbienen gefügige Haustiere gemacht hat.“
Imhoofs Dokumentarfilm verbindet mit zahlreichen Fakten über das Leben der Insekten seine Bewunderung für die Bienen mit seiner globalen konsum- und kapitalismuskritischen Sichtweise, dass es um mehr als Honig geht. Es geht um den Menschen und seiner Beziehung zur Umwelt, um die Gier nach ständigem Wachstum- und schließlich auch um die wundersame Kraft der Natur, die diesem Fall vielleicht doch noch etwas entgegenzusetzen weiß. Und sei es durch eine neue Bienenrasse, die ganz mit effektheischerischen Worten als Killerbiene beschrieben wird.

Neben der ethischen und der wirtschaftlichen Betrachtung wollen wir, beim Treffen der Naturschutzwarte am 2. März 2013, die allgemeine Biologie der Bienen kennen lernen. Hierzu ist es bei der Honigbiene ein Imker und bei der Wildbiene ein Biologe, die mit ihrem speziellen Wissen uns beraten werden.
Bei der Honigbiene ist es der Imker, der sich um seine Bienenstaaten kümmert. Erfahrene Imker kennen sich bei der Zucht von Bienen aus.
In Imkervereinen wird das Wissen von ökologischen Zusammenhängen vermittelt.

Außer der Honigbiene gibt es zahlreiche andere, wildlebende Bienen, wie z.B. Mauerbienen, Sandbienen, Pelzbienen und Hummeln. Diese Wildbienen haben wie die Honigbiene eine sehr ausgeprägte Brutfürsorge, sie sind aber hochgradige Spezialisten mit meist sehr unterschiedlichen Ansprüchen an Nistplatz und Nahrungspflanzen. Aufgrund ihrer Artenfülle, ihrer weiten Verbreitung und ihrer Anpassungen haben Wildbienen als Bestäuber zahlreicher Wild- und Nutzpflanzen eine hohe Bedeutung für den Naturhaushalt. Sämtliche Wildbienen stehen daher unter Naturschutz.

Die meisten Arten sind in ihren Beständen mehr oder weniger gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die Hauptgründe für diesen starken Rückgang sind die Zerstörung der Nistplätze und die Verminderung des Nahrungsangebotes infolge von Flurbereinigungen alten Stils und intensivierter Landwirtschaft.

Schutzmaßnahmen haben daher immer zum Ziel, das Nist- und Nahrungsangebot in der offenen Landschaft, im Wald und im Siedlungsbereich deutlich zu verbessern. Sie sind auch im Schul- und Hausgarten sinnvoll und liefern eine Fülle von faszinierenden Beobachtungen.

Der Arbeitskreis Naturschutz organisiert zum Jahresthema 2013
drei Veranstaltungen.

Am 2. März 2013 um 10.00 Uhr findet in Eppertshausen die theoretische Einführung statt. Hierzu werden Fachreferenten eingeladen. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Thema des Filmes: „Mehr als Honig“

Am 5. Mai 2013 treffen wir uns um 13.00 Uhr in Reichelsheim an der Reichenberghalle. Eine Exkursion führt uns zu einem Imker, einem Obstbauer und einer Kelterei. Hierbei liegt der Schwerpunkt unserer Betrachtung bei der Honigbiene.

Am 24. August 2013 treffen wir uns um 13.00 Uhr am Parkplatz des Klosters Lorsch. Heute werden Wildbienen die Hauptrolle spielen. Wir suchen im Kräutergarten nach Lebensräumen dieser Spezies.

Zum Schluss noch ein Tipp: Bringen Sie ihre Kinder oder Enkel mit, wir werden uns darauf vorbereiten und viel interessantes Wissen vermitteln.



Manfred Hechler

Hier der Text noch als PDF-Datei

2013-jahresthema-unsere-bienen.pdf [19 KB]








Naturschutzwarte wollen Bienen Lebenshilfe bieten

Fachtagung zum Thema „Unsere Bienen“

Wild- und Honigbienen sichern mit ihrer Bestäubungsarbeit von 80 % unserer Pflanzen und Obstbäumen unser Leben. Etwa ein Drittel unserer Lebensmittel hängen unmittelbar von der Leistung dieser Insekten ab.

Manfred Hechler, Hauptnaturschutzwart des OWK, konnte neben den Ortsgruppen Naturschutzwarten auch Landwirte und Obstbauern begrüßen. Neben Naturschutzfreunden anderer Verbände war auch der berufliche Naturschutz mit dem Artenschutzbeauftragten Karsten Heinrich vertreten. Als prominente Gäste wurde unser Vorsitzender Karl Ohlemüller, Bundesfachwart Naturschutz Helmut Seitel und aus dem Deutschen Bundestag Brigitte Zypries begrüßt.

Zur Einführung in die Tagung erklärte Manfred Hechler warum der Arbeitskreis Naturschutz das Thema „Unsere Bienen“ gewählt hat. Erstens weil alarmierende Nachrichten globalen Massensterbens der Honigbienen uns beunruhigt und zweitens, weil ca. 30 Ortsgruppen Nisthilfen für Wildbienen erstellt haben und gerne intensiveres Fachwissen benötigen.

Es konnten zwei kompetente Spezialisten als Referenten gewonnen werden.
Bei Wildbienen ist es Stefan Tischendorf, er hat 2009 für das Hessische Umweltministerium die „Rote Liste der Bienen Hessens – Artenliste, Verbreitung und Gefährdung“ erstellt.
Bei der Honigbiene ist es Tobias Stever. Er ist Lehrbeauftragter beim Landesverband der Hessischen Imker, Autor von Fachbeiträgen und Mitbegründer des „Privatwissentschaftlichen Archivs Bienenkunde“.

Stefan Tischendorf begann seinen Bildervortrag aus der Welt unserer heimischen Wildbienen mir der Systematik. Dabei ist der Begriff Wildbiene unbekannt. Die Honigbiene (Apis mellifera), ist eine domestizierte Art, umgezüchtet vom Wildtier zum Haustier, sie unterscheidet sich systematisch nicht von Wildbienen, also alles sind „Unsere Bienen“. Umgangssprachlich sind mit Wildbienen alle anderen Bienenarten außer der Honigbiene gemeint.

In Deutschland sind etwa 560 Arten bekannt. Bei den Untersuchungen zur „Roten Liste“ von 2009, kam man in Hessen zu dem Ergebnis, dass aktuell 427 Arten aus 35 Gattungen bekannt sind. Von diesen sind aber 49 Arten seit mindestens 20 Jahren nicht mehr registriert worden. Das bedeutet, sie sind in Hessen ausgestorben oder verschollen. Daher kommen aktuell etwa 380 Arten in Hessen vor. Hessen ist wegen seiner naturräumlichen Lage an Rhein und Main besonders artenreich, hier gibt es viele Sandböden und Dünen als Lebensraum.
Wildbienen haben, um sich Fortzupflanzen nur eine kurze Zeit, nur ca. 40 Tage. Dann bleiben zur Entwicklung, vom Ei zur Larve und dem Verpuppen noch mal ca. 60 Tage Zeit. Die restlichen 9 Monate verbringen die Bienen dann im Kokon.

Unterscheidungsmerkmale der Bienen sind am einfachsten die Größe, hier gibt es Arten die zwischen 2 mm und 25 mm groß sind. Der Körperbau ist ein weiteres Merkmal, hier sind die Farbe des Insektes sowie der Sammelapparat für Pollen und Nektar unterschiedlich. Die Art der Fortpflanzung unterscheidet Bienen deutlich. Mit der Staatenbildung gilt die Honigbiene als soziale Art, die Königin legt die Eier, Arbeiterinnen besorgen Nahrung, versorgen die Königin und die Brut, die männlichen Bienen, die Drohnen begatten die Königin und sterben anschließend. Bei den solitären Arten legt jedes Weibchen Eier in ihr eigenes Nest oder als Kuckucksbiene, also als Brutparasit in fremde Nester.
Die Nistweise der „Wilden“ Bienen war für die meisten Besucher dann doch unerwartet anders. 70 % haben ihre Nester im Boden und nur 25 % der Arten bauen ihre Nester in Holz und Stängel. 3 % der Arten mörteln Nester zusammen und 1 % nutzt Schneckenhäuser zum Nisten.

Nach einer Kaffeepause mit regem Erfahrungsaustausch wurden folgende Themen angesprochen. Wie können wir Wildbienen schützen? Welche Nisthilfen sind geeignet und welche ungeeignet? Welche Fehler sind zu vermeiden?
Diese Fragen wurden ausgiebig behandelt und vorgestellt. Uns liegen viele Muster und Tipps vor, die unseren Interessenten auf Wunsch zugestellt werden.

Das weltweite Aussterben der Honigbiene geht rasant von statten. Der Einsatz von Pestiziden, die industrialisierte Landwirtschaft mit riesigen Monokulturen, das Züchten genveränderter Pflanzen, Schädlinge wie Pilze und Milben, haben in der Summe zu dem Massensterben geführt.

Tobias Stever vom Landesverband der Hessischen Imker beschreibt in seinem Vortrag, dass die Situation in Hessen nicht so kritisch ist. Grund sei die kleingliedrige Landwirtschaft. „Je industrieller die Landwirtschaft, desto größer die Gefahr für Bienen“, meint der Experte.
„Eine Honigbiene hat einen Flugradius von drei Kilometern, wenn kilometerweite Maisfelder für Biogasanlagen angebaut werden, hat die Biene keine Chance.“

Bei der Frage: „Gibt es eine Nahrungskonkurenz zwischen Wild- und Honigbienen?“ kam die Antwort, „die Körpereigenschaften haben zu einer Spezialisierung gesorgt.“ Außerdem gibt es ja auch noch genug andere Insekten die für die Bestäubung tätig sind.
Ein weiteres Problem ist, es gibt kein ausreichendes ganzjähriges Nahrungsangebot an Pollen und Nektar.
Wie kann geholfen werden? Hierzu sind im öffentlichen Raum Sträucher, Bäume und Blühpflanzen anzubauen. Im privaten Bereich lassen sich die Gärten mit bienenfreundlichen Pflanzen herstellen. Die Landwirte sollten Grünstreifen anlegen und auch Stillegungsflächen vorsehen. Biomasse für Biogasanlagen ist auch mit Blühpflanzen machbar.

Fazit der Veranstaltung ist, die Bestäubungsleistung der Bienen ist für den Menschen überlebenswichtig. Die volkswirtschaftliche Leistung der Honigbiene wird in Deutschland auf zwei Milliarden Euro beziffert. Die Honigbiene gilt nach Rind und Schwein als wichtigstes landwirtschaftliches Nutztier. Tragen wir gemeinsam dazu bei, dass in den Problemfeldern gegengesteuert wird, für eine gute Zukunft.


Manfred Hechler




Die gehörnte Mauerbiene (osmia cornuta) ist unser häufigster Gast an Nisthilfen ("Bienenhotels"). Foto: Stephan Tischendorf

Die Blutbienen-Art (sphecodes albilabris) lebt parasitisch bei anderen Wildbienen, trägt also keinen Pollen ein. Foto: Stefan Tischendorf



Naturschutzwartetreffen 2013

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.








Wir besuchen einen Imker

Thema des Jahres: Unsere Bienen, 1.Exkursion Honigbienen

Zur ersten Exkursion zum Jahresthema „Unsere Bienen“, anfangs Mai, kamen über 30 Wander- und Naturschutzfreunde nach Reichelsheim.
Der Arbeitskreis Naturschutz hatte zum Besuch eines Imkers eingeladen.
Bei der Veranstaltung wurden drei Naturschutzthemen angesprochen. Als erstes Thema wurde der starke Befall bei Obstbäumen von Misteln beraten. Zweites Thema war, wie sieht die Arbeit eines Imkers aus und als drittes beobachteten wir den Wegesrand.

Nach der Begrüßung und der Einführung in das Tagesthema durch Hauptnaturschutzwart Manfred Hechler und dem Vorstand der Ortsgruppe Reichelsheim Wolfgang Nicklas konnten sich die Teilnehmer auf eine abwechslungsreiche Runde um das Schloss Reichenberg freuen.
Nach dem wir den ersten Bergrücken erreicht hatten, standen wir zwischen blühenden Obstbäumen. Der Richtung Beerfurth geöffnete Talkessel ist mit Streuobstwiesen und Wald eine ideale Bienenweide.
Doch der starke Befall der Bäume von Misteln gab Anlass für Bedenken. Betroffen ist nicht nur das obere Gersprenztal, sondern auch die benachbarten Täler der Weschnitz und ihre Seitentäler.
Als Information an die Teilnehmer wurde der Halbschmarotzer Mistel vorgestellt. Der immergrüne Strauch blüht von Januar bis April. Wir konnten uns schon die Früchte ansehen, die weißen Beeren. Diese Samen werden von Vögeln verbreitet. Spechte und Eichelhäher setzen ihren Kot auf Äste und streuen somit den Samen, der treibt dann Wurzeln in die Äste und ein neuer Büschel, der bis zu einem Meter Durchmesser werden kann, entsteht.
In der Mythologie des Altertums wurde die Mistel zu kultischen Handlungen genutzt. In England werden Mistelzweige in der Weihnachtszeit über die Tür gehängt. Fazit, die Mistel steht nicht unter Naturschutz, beim gewerblichen Sammeln ist sie an behördliche Genehmigungen geknüpft. Im privaten Bereich sind die Eigentumsverhältnisse zu achten, ebenso kann es auch leicht zu Baumschädigungen kommen, weil die Einwüchse tief ins Astholz gehen.

Weiter ging die Exkursion zu einem Imker, der uns schon erwartete. Bevor er uns sein Bienenhaus vorstellte, wurden die Teilnehmer mit Schätzfragen zu den Leistungen von Bienen getestet, wer den Antworten am nächsten kam. Wussten sie schon? dass eine Biene in 2 Minuten 1 Km fliegt oder in ihrem Leben 8.000 Km zurücklegt oder dass 1 Kg Honig die Lebensarbeit von 350 bis 400 Bienen darstellt!

Anschließend wurde der „Smoker“ in Betrieb genommen, der Rauch besänftigt die Bienen. Die Kinder bekamen einen „Imkerblouson“ über und durften dann beim herausnehmen von Bienenwaben direkt dabei sein. Jetzt konnten Fragen zur Imkerei gestellt werden. Erfreulich ist die Antwort zu Krankheiten seiner Bienen. „Seht euch um, so weit das Auge reicht, keine Monokulturen im Ackerbau.“ Es gibt also auch noch glückliche Imker, deshalb ist sein Bienenhaus auch bestens gepflegt.

Auf dem Weg zum Grillplatz des Obst- und Gartenbauvereins wurden die Teilnehmer auf Fehler am Wegesrand aufmerksam gemacht. In einem frei stehenden Obstbaum war in einem Astloch der Hinweis einer GPS-
Schnitzeljagd versteckt. Geocaching ist ein beliebtes Suchspiel in der Natur. Verstecke für Caches gibt es genügend. Verstecke, die von wild lebenden Tieren genutzt werden, sollten Tabuzonen sein.

Ein weiteres Umweltproblem wurde erkannt, die vielen Einweg -Getränkedosen am Wegesrand. Bei der Pfandpflicht für Einweggetränke wurde für Saft, Milch und Wein Ausnahmeregelungen geschaffen. Bei unserem Anliegen, den Streuobstbau zu unterstützen, ist der Apfelwein betroffen, der in Dosen verkauft wird.
Die Pfandpflicht wurde 2003 eingeführt um die „Ex und Hopp“ Mentalität zu beenden. Mit umweltverträglichen Verpackungen, wie Mehrwegflaschen, konnte der Trend zur Umweltbelastung reduziert werden. Das Pfand führt zu einer sortenreinen Sammlung und damit zu einer Verwertung wertvoller Rohstoffe. Die Pfandpflicht ist ein wichtiger Schritt zur Abkehr von „Ex und Hopp“: Die Vermüllung von Landschaft, Straßen und Plätzen wird gestoppt.
Unser Tipp: Apfelweintrinkende „Streuobstretter“ sollten zur Mehrwegflasche greifen!
Oder ein besonderes „Event“ planen, in dem sie Obstbauern beim Pflegen der Bäume helfen. Beim Entfernen des Halbschmarotzers Mistel werden „Ganze Kerle“ gebraucht.

Manfred Hechler




UnserBienen - Erste Exkursion

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.







Jahresthema: Unsere Bienen, 2. Exkursion Wildbienen
Zur zweiten Exkursion zum Jahresthema "Unsere Bienen" - bei der es ausschließlich um Wildbienen ging -
hatte der Arbeitskreis Naturschutz am 24. August in die Flugsandgebiete nach Lorsch eingeladen.
Am Geo-Naturparkplatz "Sachsenbuckel" im Süden der Klosterstadt konnte Günter Hahl rund
25 Naturschutzfreunde aus vielen Teilen des Klubgebietes begrüßen und stellte dabei Frau Adelheid Platte
aus Lorsch vor, die anschließend mit großem Fachwissen die botanische Führung der Exkursion übernahm.
Bei der Veranstaltung wurden zwei räumlich voneinander getrennte Trockenrasengebiete besucht und
vorgestellt:
Zuerst der sogenannte "Rote Boden" und danach eine Fläche im "Lagerfeld".
Der Rote Boden, im Westen von einer Landstraße begrenzt und im Osten in eine sichelförmige, eiszeitliche Düne
übergehend, war ehemals intensiv genutztes Ackerland und ist heute im Flächennutzungsplan als Fläche für
Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen ausgewiesen. Wichtiges Ziel ist das Überleben bzw. Wiederentstehen der
einzigartigen Flora und Fauna der Sanddünen. Vom Erfolg konnten sich alle Exkursionsteilnehmer überzeugen.
Da waren das Sandglöckchen und die Sandgrasnelke, die Rispen- Flockenblume, die Sandstrohblume und die
Steppenwolfsmilch zu sehen, immer wieder durchsetzt mit Silber- und Blauschillergras - um nur einige Arten zu
nennen, wenn auch an ihnen schon die Spuren des zu Ende gehenden Sommers deutlich zu erkennen waren.
Insgesamt wird sich der Rote Boden bei entsprechenden Pflegemaßnahmen im Einklang mit einer sachgerechten
Beweidung mit Schafen, Ziegen und Eseln zu einem optimalen Trockenrasen-Biotop weiterentwickeln, wo auch
Vögel, Schmetterlinge, Käfer und vor allem Wildbienen ihre dauerhaften Lebensräume haben.
Die weitläufige Fläche ist gut geschützt gegen schädigende Umwelteinflüsse und gilt als bestandsgesichert.
Nicht so die nur 1 ha große Fläche im Lagerfeld, die am Schluss der Exkursion besucht wurde.
Sie ist der letzte Rest eines früher weit ausgedehnten Flugsandgebietes und hat bis jetzt dank eingeleiteter
Schutzmaßnahmen ihre Artenvielfalt erhalten können. Aufgrund seiner Ortsrandlage bedarf das Gebiet jedoch
aller Aufmerksamkeit. Nach Angaben des Diplom-Biologen Stefan Tischendorf leben dort ca. 100 Wildbienenarten.

Lag es an der unrichtigen Zeit oder gar am Wetter, dass wir an diesem Tag die eh schon im Verborgenen lebenden
Wildbienen kaum zu sehen bekamen? Jedenfalls zog aus Westen eine Regenfront heran, die uns veranlasste, die
Exkursion etwas früher als geplant abzuschließen. Hauptnaturschutzwart Manfred Hechler dankte den Initiatoren
der Exkursion Adelheid Platte und Günter Hahl  für den ereignisreichen Tag.

Von den 560 in Deutschland bekannten Wildbienenarten leben etwa 400 Arten in Hessen, und die meisten von ihnen
haben ihren Lebensraum wiederum in den Dünen und Flugsandgebieten der Oberrheinebene, wo ein extrem
trockenes Mikroklima herrscht. Obwohl die Schutzwürdigkeit der Sandgebiete bekannt ist, sind gerade dort hohe
Flächenverluste zu beklagen. Überbauung, Umbruch, Nährstoffeintrag, Verinselung der oft zu kleinen Restflächen
sind Beeinträchtigungen die dem Naturschutz Sorge bereiten. In diesem Sinne war unsere Exkursion auch ein
Beitrag zum Erhalt der Flugsandgebiete.
                                                                                                                                                                   Günter Hahl




Roter Boden - ein wertvolles Sandrasen Biotop Lagerfeld - ein bisher noch nicht geschütztes Sandbiotop




Unsere Bienen - Zweite Exkursion

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.




zurück zum Themenverzeichnis






Thema des Jahres 2012 - Die Energiewende




Manfred Hechler Hauptnaturschutzwart im Odenwaldklub und Veranstalter des Naturschutzwartetreffens 2012 Prof. Dr. Dieter Metz von der Hochschule Darmstadt zum Thema: „Stromversorgung gestern, heute und morgen“
Florian Voigt von der Energiegenossenschaft Odenwald zum Thema: „Die Energiewende im Odenwald“ Dr. Zijad Lemes von der HSE zum Thema: "Regenerative Energien bei der HEAG"



Kraftwerk inmitten der Landschaft

Eppertshausen - „Fast alle von uns waren schon lange vor Fukushima für die Energiewende“, sagt Manfred Hechler und spricht damit für die große Gemeinschaft der Naturschützer. Der Odenwaldklub informiert sich über regenerative Energien.
Von Michael Just

Nur jetzt nach der Katastrophe in Japan bekomme alles eine andere Dimension: „Man kündigt ein ,neues Zeitalter’, die ,vierte Revolution’ oder den ,Quantensprung’ an“, weiß der Eppertshäuser zu berichten.
So konnte das Thema „Die Energiewende im Einklang mit dem Naturschutz“ jetzt im Haus der Vereine kaum aktueller sein. Eingeladen hatte die Naturschutz-Sparte des Eppertshäuser Odenwaldklubs. Die Offerte ging an alle Naturschutzwarte der OWK-Ortsgruppen und der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine im Landesverband Hessen sowie an alle Aktiven im Naturschutz raus.

Rund 65 Teilnehmer kamen diesmal

Die alljährliche Fachtagung hatte Hauptnaturschutzwart Hechler vor zwölf Jahren ins Leben gerufen. Das Ziel: Problemfelder für die Bewahrung der Landschaft und Erholung aufzuzeigen. Rund 65 Teilnehmer kamen diesmal, um drei Vorträge zu hören und am Nachmittag die Windräder auf dem Groß-Umstädter Binselberg zu besichtigen. Die Referate hielten Prof. Dr. Dieter Metz von der Hochschule Darmstadt („Stromversorgung gestern, heute und morgen“), Florian Voigt von der Energiegenossenschaft Odenwald („Die Energiewende im Odenwald“) und Dr. Zijad Lemes von der HSE, der über regenerative Energien bei der HEAG sprach.
Vor allem Metz machte die Herausforderung der Energiewende deutlich: „Statt großer konventioneller Kraftwerke brauchen wir zukünftig viele dezentrale regenerative Anlagen, die mit dem Neubau und der Erweiterung der Netze einhergehen.“ Trotz dieser Herkulesaufgabe müsse die Bezahlbarkeit erhalten bleiben. Zusätzlich bedürfe es vieler großer Speicher, um wetterunabhängig Energie zu erzeugen. Das könnten 40 bis 50 größere Stauseen sein, womit Metz das Tagesthema und die Frage anriss, wer jene Eingriffe in die Natur tatsächlich will.
Dass der Begriff „regenerative Energie“ erstmal naturnah klingt, weiß auch Hechler, trotzdem ist diese Schlussfolgerung für ihn trügerisch. Wie er sagt, treten vor allem Windkraft und die Biogasanlagen in einen Konflikt mit dem Naturschutz. Bei Windkraft werde das Landschaftsbild verschandelt, bei Biogas laufe man Gefahr, dass nur noch Mais auf den Äckern kultiviert wird.

Energiewende ist ein weites Feld

Unter diesen Vorgaben gestaltete sich der Besuch am Nachmittag bei den Windrädern umso interessanter. Neben Einblicken ins Innere wartete die Information, dass die Genehmigung für Windräder alles andere als einfach zu bekommen ist. So müssen beispielsweise 1000 Meter zwischen ihnen und einem Wohnhaus liegen, dazu dürfen sie den Flug gefährdeter Arten wie etwa von Fledermäusen nicht gefährden. So fallen bereits 80 Prozent der Flächen in Deutschland für Windkraft weg. Von den verbleibenden 20 Prozent müssen aber mittel- und langfristig zwei bis drei Prozent genutzt werden, um den deutschen Energiehunger zu stillen. Wie gewaltig der ist, zeigt das Beispiel Frankfurter Flughafen: Der benötigt soviel Strom wie 6,5 Millionen Haushalte. Zum Vergleich: Hessen hat drei Millionen Haushalte.
Wie eine zukunftsorientierte Initiative aussieht, zeigte Florian Vogt anhand der Energiegenossenschaft Odenwald auf. Hier haben sich Städte, Gemeinden und die Volksbank zusammengeschlossen, um Energieunabhängigkeit mit regenerativen Energien zu erreichen. Eine Rendite erhält jeder Bürger, der Mitglied wird. Laut Vogt soll es bereits 900 „Genossen“ geben.
Die vielen vermittelten Informationen sorgten dafür, dass es schwierig war, den Zeitrahmen einzuhalten. Allen Naturschützern war am Ende die Erkenntnis gemein, dass die Energiewende ein weites Feld ist.
Am Optimismus der Teilnehmer änderte das aber nichts. Dafür sorgte auch Prof. Dr. Metz, der die Energiewende als machbar bezeichnete: Alle technischen Lösungen lägen bereits vor, lediglich die Speicherthematik sowie bei den Anreizen sei politisch und regulatorisch nachzuarbeiten. So sei die große Aufgabe zu bewältigen, wenn auch finanziell nicht zum Nulltarif.




Zurück zum Themenverzeichnis






Thema des Jahres 2011 - Wetter und Klima




Einführung in das Jahresthema 2011: „Wetter und Klima“

Das Klima wandelt sich – und die Natur?
Beginnen wir mit einem kleinen Beispiel:
Was hat die Honigbiene mit dem Klimawandel zu tun?
Was soll diese Frage, wie sind die Zusammenhänge?
Auf den ersten Blick ist der Zusammenhang nicht ersichtlich. Dabei geht es hier um das zentrale Thema:
„Die Ernährung der Menschheit“
Die Honigbiene ist für unsere Ernährung wichtig und sie ist bedroht. Wenn ein belastbarer und robuster Organismus wie die Honigbiene anfängt Probleme zu bekommen, ist es Zeit etwas zu tun. Von dem System „Biene – Blütepflanze“
hängt die Sicherung der Ernährung des Menschen ab. Dabei geht es nicht um den Honig. Bienen sorgen für Biodiversität und bestäuben weltweit 170.000 Arten von Blütenpflanzen. Auf den Punkt gebracht: Etwa ein Drittel der Lebensmittel hängen direkt von der Honigbiene ab und für die gibt es kein Ersatz.
Wir wollen anhand von einem Beispiel aufzeigen, dass mit Mitteln, die gar nicht teuer sind, viel erreicht werden kann. Ein Landwirt mäht die Wegeränder seltener und lässt die Blumen länger stehen. Eine kleine Maßnahme, die in der breiten Anwendung viel bringt. Der zweite wichtige Erfolgsfaktor ist die Aufklärung und die Information.
Wir setzen uns dafür ein, dass die Bevölkerung verstärkt Zugang zu Klimawissen und Klimaschutzkomponenten erhalten. Um daraus Motivation zum Handeln und für einen nachhaltigen Lebensstil zu ziehen.

Haben wir doch in den beiden letzten Jahren mit den Schwerpunktthemen „Wasser und Wald“, die wichtigsten Indikatoren beleuchtet, wollen wir heute nach Auslösern der Veränderungen des Klimas Ausschau halten.
Das Klima der Erde wird bestimmt durch die Wechselwirkung zwischen Land, Meer und Atmosphäre – dem Klimasystem. Viele Einflüsse auf das System sind natürlich, doch auch menschliche Aktivitäten, wie die Nutzung fossiler Brennstoffe, verändern es.
Die Sonneneinstrahlung ist der wichtigste natürliche Klimafaktor. Als wichtigster menschlicher Faktor wird die Konzentration von Treibhausgasen gesehen. Deren Abbau findet hauptsächlich in den Meeren und den Wäldern statt. Die Natur reagiert bereits auf den Klimawandel. Die Veränderungen des Wetters erkennen wir an den Klimaparametern: „Temperatur, Regenmenge, Vegetationszeit“ die sich über längere Zeiträume messen lassen. So ist seit 1950 die Vegetationsperiode, das ist die Zeit vom Austreiben einer Pflanze bis zum Laubfall, in Deutschland um 10 Tage länger geworden. Auch bei Tieren zeigt sich die Entwicklung: Zugvögel kommen früher ins Land. Wahrscheinlich wird sich dieser Trend in Zukunft noch verschärfen und den Naturschutz vor neue Probleme stellen.
Um die unterschiedlichen Ausprägungen des derzeitigen Klimas besser zu verstehen, wagen wir einen Blick in die Klimazukunft und die damit verbundenen Auswirkungen.

Wir als Wanderer erleben das Klima in seiner Vielfalt und seinen Wechselwirkungen mit der Natur und dem Mensch. Deshalb können wir, wenn wir genau hinschauen und ein bisschen um die Ecke denken, klimabedingte Erscheinungen in Natur und der Landschaft erkennen.
Wir schärfen dem Wanderer das Auge und machen das Klima und seine Auswirkungen erlebbar.
In diesem Sinn sind Sie eingeladen an den Veranstaltungen des Arbeitskreises Naturschutz teilzunehmen.








v.l. OWK-Vorsitzender Karl Ohlemüller, Hauptnaturschutzwart Manfrd Hechler, Dipl. Meteorologe Dr. Werner Horst

Warte und Wanderer übers Wetter

Eppertshausen - Seit einem Jahrzehnt ist es eine gute Tradition, dass einmal im Jahr die Naturschutzwarte des überregionalen Wanderverbandes Odenwaldklub im Eppertshäuser Haus der Vereine zusammenkommen, um sich dort über ein jährlich wechselndes Fachgebiet zu informieren.
Von Jasmin Frank

„In diesem Jahr haben wir uns für Wetter und Klima entschieden, denn das ist sowohl für Naturschützer als auch für Wanderer stets sehr interessant“, informierte Manfred Hechler, Hauptnaturschutzwart des Odenwaldklubs.

Über 60 Teilnehmer, auch aus befreundeten Wander- und Naturschutzverbänden, waren deshalb nach Eppertshausen gekommen, um sich über das aktuell viel diskutierte Thema auf den neusten Stand zu bringen, darunter auch der Vereinsvorsitzende Karl Ohlemüller. Als Spezialist war Diplom-Meteorologe Dr. Werner Horst eingeladen worden, der in seinem zweigeteilten Vortrag zunächst auf das Wetter einging, um dann auch die Klimaforschung zu beleuchten. „Beim Wetter betrachten wir die kurzfristigen Geschehnisse in der Atmosphäre; an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit. Wie weit die Wetterforschung eine Wettervorhersage treffen kann, bestimmen unsere Möglichkeiten, diese zu messen. Wetterelemente wie Luftdruck, Wolken, Wind, Sicht, Niederschlag, Gewitter und vieles mehr bestimmen die Vorhersagen“, informierte der Fachmann, der darauf hinwies, dass einzelne Wetterereignisse wie Orkane für sich alleine genommen keine Anzeichen eines Klimawandels darstellten, sondern dass man diese in Verbindung mit weiteren Ereignissen bringen müsse, um konkrete Angaben über die Entwicklung des Klimas machen zu können.

Auch ganz praktische Tipps hatte der Fachmann für die Naturschutzwarte parat und ging deshalb auch auf das von den Gästen gerne gehörte Thema der Bauernregeln ein. „Wetterbeobachtung wurde erst wichtig, als die Menschen sesshaft wurden. Von den alten Babyloniern ist uns eine ursprüngliche Regel erhalten geblieben, die heute noch Geltung hat: Wenn die Wolke dunkel ist, droht Regen“, schmunzelte Horst.

So einfach diese Formel sein mag, sie spricht doch für ein Phänomen aller Regeln die aus Sonnen-, Himmels- oder Tierbeobachtung resultieren: Wenn überhaupt, sind über sie nur kurzfristige Vorhersagen möglich. „Dass viele Eicheln einen harten Winter bringen, ist auf jeden Fall Unsinn, denn der Ertrag von Pflanzen orientiert sich stets am vergangenen Jahr und nicht am kommenden“, stellte der Meteorologe klar. Allerdings sei festgestellt worden, dass Tiere wie beispielsweise Pferde Gewitter wohl früher kommen hören als Menschen und dann mit Unruhe reagieren. „Auch ein sogenannter gut sichtbarer Hof um die Sonne herum ist ein gut erkennbares Zeichen, denn dann ist die Regenwahrscheinlichkeit besonders hoch“, so Horst.

Nach der Theorie und einer Mittagspause hieß es dann für die Teilnehmer, das Wissen praktisch zu unterfüttern, denn am Nachmittag ging es mit dem Bus in den Offenbacher Wetterpark, wo mit einer Führung weitere Kenntnisse erworben werden konnten. Die Teilnehmer der informativen Veranstaltung waren sich über deren Gehalt alle einig: Gerade Wanderfreunde, die im Naturschutz aktiv sind, konnten sich hier gut weiterbilden.

Aus Offenbach Post vom 24.05.2011




Wetter - Ein viel diskutiertes Thema




zurück zum Themenverzeichnis






Thema des Jahres 2010 - Unser Wald




Wald im Spannungsfeld der Interessen

Zurzeit findet in Kopenhagen die Weltklimakonferenz statt. Eine Situation die Probleme aufzeigt, wie Politiker, Beamte und Umweltschützer sich streiten, wie und was getan werden muß, um die Welt zu retten. Zur gleichen Zeit machen sich die Wander- und Naturschutzfreunde vom Arbeitskreis Naturschutz beim Odenwaldklub Gedanken über die Zukunft des Waldes.

Die Veränderung des Waldes durch den Klimawandel!
Der Wald erfüllt zwei wichtige Klimafunktionen. als größter Kohlenstoffspeicher bindet er das gefährliche Kohlendioxid (CO2) unsere Wälder sind riesige Klimaanlagen in deren Kronen der kühlende Effekt durch Umwandlung von Sonnenenergie in Wasserdampf entsteht.
Was passiert, wenn sich unser Klima weiter erwärmt?
Unsere Bäume sind über hunderte von Jahren an die Standorte angepaßt. Die Ökosysteme entstanden im Laufe der Jahrtausende. Sollte sich unser Klima im Jahresmittel um zwei Grad erwärmen, verschieben sich die Vegetationszonen um ca. 400 km nach Norden bzw. um bis zu 360 Höhenmeter nach oben. Am Beispiel der Fichte ist zu erkennen, daß durch die Veränderung des Klimas diese Baumart für unsere Heimat als ungeeignet angesehen wird, weil häufigere Stürme und Borkenkäferbefall dem flachwurzelnden Baum zuviel zusetzen. Durch unser Verhalten, insbesondere beim Verbrennen fossiler Energieträger, tragen wir alle zum Klimawandel bei. Anpassungsmaßnahmen müssen weltweit umgesetzt werden um erfolgreich die Veränderungen in Grenzen zu halten.

Gesunde Wälder sind unverzichtbar beim verbessern des Klimas.
Sie regulieren Luft- und Wasserqualität, sie schützen den Boden vor Austrocknung und Erosion, sie liefern Rohstoff und Energie, sie sind Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen.

Der Wald dient dem Menschen bei seiner Gesundheitserhaltung als Ruhe- und Erholungsraum. Der Wald ist in unserem Ballungsraum unersetzlich. Jeder kann beim Wandern, Joggen oder Radfahren im Wald seinen Bedarf an Ausgleich, vom Sport bis zum Genuß der Stille, umsetzen. Dabei sollte der Erholungssuchende sich daran halten, auf den Wegen zu bleiben, die Tiere des Waldes nicht zu stören und empfindliche Standorte nicht zu betreten.








„Unser Wald“
Wald im Spannungsfeld der Interessen

Fachtagung Naturschutz: 20. März 2010 „Haus der Vereine“, Eppertshausen

Wanderfreunde, die im Naturschutz aktiv sind, können sich bei dieser Veranstaltung weiterbilden. Wie schon in den letzten Jahren wollen wir an verschiedenen Beispielen aufzeigen, wo Problemfelder sind. Die Bewahrung der Landschaft, in einer „guten“ Umwelt, ist für die Erholung der Bevölkerung von großer Bedeutung. Landschaftserleben soll Zufriedenheit bringen.Programm
10.00 Uhr Manfred Hechler Begrüßung und Einführung in das Tagesprogramm

10.15 Uhr Helmut Seitel, Fachwart Naturschutz beim Deutschen Wanderverband, stellt Zahlen und Fakten zum Wald in Südhessen vor. Forstwirtschaft aus ökonomischer und ökologischer Sicht ist die Einführung in das Jahresthema: „Wald im Spannungsfeld der Interessen.“

10.45 Uhr
Helmut Seitel stellt uns Waldfunktionen vor. Im Zeichen des Klimawandels ist es schwer Wald Nachhaltig zu bewirtschaften? Welche Verbesserung bringt die Zertifizierung des Waldes?
11.30 Uhr Kaffeepause mit Zeit zum Erfahrungsaustausch

11.45 Uhr Helmut Seitel stellt den Naturschutz im Wald vor:
Artenschutzprogramme für den Wald werden erklärt.
Warum werden alte Buchenwälder in Hessen besonders geschützt?
Welche Maßnahmen dienen der Erhaltung der biologischen Vielfalt?
12.30 Uhr Dirk Diehl, Biologe, stellt den Lebensraum in Fugen und Ritzen von Trockenmauern vor. Vorrangig die Erhaltung vorhandener Trockenmauern, die Neueinrichtung und die Pflege von Trockenmauern werden anhand von Beispielen gezeigt.
Es ist der Auftakt zum Projekt 2010 beim Odenwaldklub.

13.15 Uhr
Manfred Hechler, Zusammenfassung und Ausblick

13.30 Uhr Mittagspause, Tagungsgetränke und Imbiß stellt das Referat Naturschutz.

14.00 Uhr Exkursion mit dem Förster in den Gemeindewald Eppertshausen.

16.00 Uhr Ende der Veranstaltung




Naturschutzwartetreffen 2010



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



zurück zum Themenverzeichnis






Thema des Jahres 2009 - Unser Wasser




Gewässerschutz als Aufgabe des Verbandes

Arbeitskreis Naturschutz wählt „Wasser“ zum Thema des Jahres

Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) trat neben der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie ein weiteres Instrument in Kraft, an das die Naturschutzverbände viele Hoffnungen für den Natur- und Artenschutz in Europa knüpfen. Die WRRL birgt die große Chance zur ökologischen Verbesserung und Erhaltung der Gewässer in Deutschland und der EU. Diese Chance muss von der Wasserpolitik und den Naturschutzverbänden wahrgenommen werden.

Das gewaltige Arbeitspensum der WRRL kann nicht von einem ehrenamtlichen Verband allen bewältigt werden. Nur eine Bündelung des Know-Hows durch Kooperation und Kommunikation zwischen den Verbänden ermöglicht eine effektive und fachlich kompetente Begleitung der Umsetzung der WRRL. Dieser Wunsch zur verstärkten Zusammenarbeit wird in Arbeitsgruppen bereits umgesetzt.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist seit dem 22. Dez. 2000 in Kraft. Sie schützt Oberflächengewässer , Grundwasser und Küstengewässer. Als Ziel soll bei den Oberflächengewässern bis Ende 2015 ein guter ökologischer und chemischer Zustand erreicht werden. Das Grundwasser soll einen guten chemischen und mengenmäßigen Zustand aufweisen. Messlatte für den ökologischen Zustand sind die Lebensgemeinschaften von Fischen, Wirbellosen, Algen und höheren Wasserpflanzen im Gewässer.

Derzeit hat ein ökologisch orientierter Gewässerschutz bei Bund, Land und Gemeinden als Träger der Unterhaltslast einen schweren Stand. Auch in der breiten Öffentlichkeit wird die ökologische Verbesserung der Gewässer nicht als vordringlich wahrgenommen. Interessengruppen aus Energie- und Landwirtschaft sehen die WRRL als Gefahr für ihr wirtschaftliches Handeln und versuchen die Umsetzung zu verzögern. „Gewässerrenaturierung“ findet nur noch als Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in Natur und Landschaft an anderer Stelle statt. Investitionen gibt es nur noch im Hochwasserschutz.

Für die Mitwirkung der Verbände bei der Beurteilung der Bestandsaufnahme der Gewässer sowie der Suche nach umsetzbaren und kostengünstigen Maßnahmen für das Erreichen der Ziele der WRRL werden die guten örtlichen Kenntnisse der Gewässer gebraucht.

Die Fristen der Wasserrahmenrichtlinie sind: bis Ende 2003 ist das nationale Recht der Richtlinie anzupassen, bis Ende 2004 ist eine Bestandsaufnahme zu erstellen und bis Ende 2006 ein Monitoring durchzuführen. Ende 2008 soll ein Entwurf des ersten Bewirtschaftungsplanes für die Flussgebiete vorliegen. Dieser enthält für alle Gewässer, welche die Ziele der Richtlinie nicht erreichen, Maßnahmenpläne. Bis 2012 ist die Phase der Umsetzung der Maßnahmen, 2015 sollen die Ziele erreicht sein.

Die WRRL sieht eine umfassende Information und Anhörung der Öffentlichkeit vor. Die Umweltverbände sind bei der Aufstellung der Bewirtschaftungspläne zu beteiligen. Eine ausführliche Darstellung der WRRL findet sich auf den Internet - Seite des LNV. (www.lnv-bw.de)

Gegenstand des eigentlichen Verwaltungshandelns zur Umsetzung der WRRL sind die „Wasserkörper.“ Hierbei handelt es sich bei uns um die großen Flussgebiete des Oberrhein, Neckar und Main. Durch eine weitere Unterteilung der Bearbeitungsgebiete in sogenannte Teilbearbeitungsgebiete kommen wir zu überschaubareren Einzugsgebieten. Im Zentrum unseres Verbandes in Südhessen sind es die Flüsse Gersprenz, Mümling, Modau und die Weschnitz mit ihren kleineren Zuflüssen.

Der Arbeitskreis Naturschutz hat zum Thema Gewässer vier Termine festgelegt. Beim Jahrestreffen der Naturschutzhelfer am 14. März 2009 in Eppertshausen stellen wir Beispiele der Umsetzung vor. Bei zwei Exkursionen lassen wir uns die Bestandsaufnahme erklären. Die erste am 29. März 2009 den Oberlauf der Gersprenz in Reichelsheim und die zweite am 8. November 2009 in Fürth den Oberlauf der Weschnitz.
Beim Kreiswandertag des Landkreises Darmstadt – Dieburg
am 30. August 2009 in Eppertshausen kommen wir zu umfangreichen Wasserbaumaßnahmen in den „Hergershäuser Wiesen“.

Gutes Beispiel sich um die Pflege eines Baches zu kümmern, liefern die Ortsgruppen Sprendlingen und Mörlenbach. Sie leisten umfangreiche Tätigkeiten bei der Gewässerpflege.
In der Praxis gesammeltes Wissen erleichtert die Beratung zur Maßnahmenplanung. Teilen Sie bitte dem Arbeitskreis Naturschutz des Odenwaldklubs ihre Erfahrungen mit. Leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in unserer Heimat. Geben Sie dem Arbeitskreis des Naturschutzverbandes das Wissen um Lebensräume und Arten weiter.

Manfred Hechler











Fachtagung Naturschutz 2009

Fachtagung zum Thema Wasser

Den Weg des Wassers vom Brunnen bis zum Wasserhahn aber auch von der Quelle bis ins Meer zeichneten am Samstag, den 14. März 2009, Referenten bei einer Fachtagung zum Thema "Wasser" auf Einladung des Haupt-Naturschutzwartes des Gesamt-Odenwaldklubs, Manfred Hechler (Eppertshausen), im Haus der Vereine nach. Und ebenfalls zum Programm gehörte eine Exkursion entlang des Langwiesenbaches, der in den neunziger Jahren streckenweise naturnah ausgebaut worden ist.
Eingeladen worden waren zur Fachtagung die Naturschutzwarte aus dem Ortsgruppen des Gesamt-Odenwaldklubs aus den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Dazu auch Vorsitzende der OWK-Ortsgruppen sowie interessierte Naturschützer. Insgesamt hatten sich an die siebzig Zuhörer versammelt, die von Manfred Hechler und dann im Detail von den beiden Referenten in
das Thema des Tages "Wasser" eingeführt wurden.
Dr. Hans Georg Fritz, Planer des Büros Ökoplanung, der 1996 bereits für die Gemeinde Eppertshausen die Renaturierung des Langwiesenbaches vorgezeichnet hatte und der später bei der Exkursion über einige Kilometer durch das Gelände zwischen dem Bahnhof und der Kläranlage in Eppertshausen die Entwicklung entlang des kleinen Baches beobachten konnte, ging auf den ökologischen Zustandes der Oberflächengewässer ein. Und er sprach über Schutzgebiete für Gewässer, wobei die Landwirtschaft mitspielen muss.
Die Wasserrahmenrichtlinien innerhalb der europäischen Union vom vom Jahre 2000 schreiben vor, dass in "einem angemessenem Zeitraum" die natürliche Gewässer wieder in einen naturnahen Zustand zurückgeführt werden sollen. In der Diskussion bei der Fachtagung wurde dazu auch die vielleicht etwas provozierende Frage gestellt, ob sich da nicht die Flussbegradiger und Hochwasserschutz-Behörden und die Renaturierer auf Behörden-Ebene je nach Zeitgeist immer wieder wechselseitig Aufgaben und Investitionen zuschieben. Es gab ja schon Zeiten, wo zum Beispiel Gräben und Bäche begradigt worden sind, weil man damit sumpfiges Gelände entwässern oder für
Hochwasserschutz sorgen wollte. Und dann wurden durch Investitionen wieder Programme zur Renaturierung eingeleitet. Beispiele dafür sind innerhalb des Landkreises zu finden. So wurde in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zum Beispiel
die Gersprenz in ihrem mittleren Laufabschnitt zwischen Münster und Babenhausen streckenweise kanalartig vertieft und verbreitert und bei Hergershausen vor rund einem Jahrzehnt dann wieder renaturiert. Kein Zweifel: Die Renaturierung liegt derzeit im
Zeittrend. Und da muss die Landwirtschaft mitspielen. Es kann nicht hingenommen werden, dass Landwirte - wie in der Eppertshäuser Region geschehen - bis an einen Bachlauf heran ihre Maisfelder anlegen und selbstverständlich düngen. Das bekommt einem vorbeifließenden Bach gar nicht gut. Und da nutzt auch eine Renaturierung wenig, wenn kein "Schutzstreifen" beachtet wird.

Den zweiten Fachvortrag hielt mit Power-Point-Verfahren Ralf Picolin vom benachbarten Gruppenwasserwerk Hergershausen, der dort im Labor tätig ist und dabei ständig die Qualität des Trinkwassers im Auge hat. Das Gruppenwasserwerk Dieburg versorgt mehr als 120 000 Menschen in der Region mit Trinkwasser.
Aus 23 Tiefbrunnen wird das Wasser gefördert, dann im Wasserwerk im Waldgebiet zwischen Eppertshausen und Hergershausen aufbereitet und über ein 1000 Kilometer langes Rohrnetz in die einzelnen Haushalte gepumpt. Im Vortrag zeigte Picolin den Weg
vom Grundwasser über den Tiefbrunnen über die Aufbereitung bis zum Wasserhahn des Verbrauchers nach. Der Referent ging auf die geologischen Strukturen einer Landschaft ein, sprach über das Trinkwasser-Gewinnungs- und Wasserschutzgebiete. Die Botschaft des Fachmannes: "Wir haben hier qualitativ sehr gutes Wasser."
Und Manfred Hechler, der beim Eppertshäuser Odenwaldklub auch als Wanderführer tätig ist, sagte man wolle dem Wanderer nicht den Naturgenuss durch viele Vorschriften vermiesen. Aber es sei von Vorteil, wenn man über die Natur und ihre Gesetze Bescheid wisse und diese beachtete. Insofern sei dann die Fachtagung kein "Schlag ins Wasser" für die Naturschutzwarte gewesen.
Text: Michael Prasch



Zur Gruppenaufnahme vor der Exkursion



Fachtagung Naturschutz 2009

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



zurück zum Themenverzeichnis




Thema des Jahres 2008 - Hecken in der Landschaft




Thema des Jahres 2008: Hecken

Die Entwicklung des ländlichen Raumes ist für die Naturschutzgruppen des Odenwaldklubs eine große Aufgabe. Der Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimaschutz eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Haben wir uns im letzten Jahr mit der Erhaltung und Pflege von Streuobst beschäftigt, wollen wir dieses Jahr den Schwerpunkt auf Hecken legen.
Auch in Deutschland spielt die Biotopzerstörung eine zentrale Rolle beim Verlust der Biodiversität. Jeden Tag werden 117 Hektar freie Landschaften durch Zersiedlung und Versiegelung verbaut oder von Verkehrswegen zerschnitten. Siedlungs- und Verkehrsflächen nehmen ca. 11% der Landesfläche ein. Nur noch wenige zusammenhängende naturnahe Landschaften sind erhalten. Aus diesem Grund sterben auch viele Schmetterlinge, Vögel und Säugetiere aus.
Die Biodiversität ist ein Sammelbegriff für die biologische Vielfalt der verschiedenen Formen des Zusammenlebens in der belebten Natur. Lebensräume, Lebewesen und Lebensvorgänge sind in ihrer Vielfalt aufeinander abgestimmt. Wir verdanken einer intakten Natur sauberes Wasser, fruchtbare Böden, die Reinigung der Luft, die wir zum Atmen brauchen und die Bewahrung des Klimas. Es gilt die biologische Vielfalt zu erhalten.
Der Arbeitskreis Naturschutz beim Odenwaldklub will anhand von Beispielen aufzeigen, welchen Beitrag die Naturschutzgruppen leisten können. Schwerpunktmäßig wollen wir im Jahr 2008 uns mit Hecken beschäftigen. Wir Verstehen darunter alle Formen der Hecke, vom Gebüsch bis zur Feldholzinsel.

Entstehung der Hecken

Seit dem Äcker und Weiden begrenzt werden gibt es Hecken. Der Name Hecke kommt aus dem Begriff: Die Weide oder Acker ist um “hegt“. Ursprünglich wurden diese mit Sträuchern angelegt. In manchen Gegenden durften auch Bäume als Grenze aufkommen. Manche Hecken wurden waldartig genutzt, die Unterschicht als Stockausschlag und die Oberschicht als Hochstamm. Wurden in nassen Gebieten Koppeln angelegt, in dem Gräben ausgehoben wurden, entstanden an den Rändern Wälle. Diese wurden mit den nächstgelegenen Feldgehölzen bepflanzt und dabei ganz unbeabsichtigt die bodenständige Fauna und Flora übertragen. So entstanden die bekannten Wallhecken. Durch das Verflechten und Abknicken der Zweige wurden die Zäune noch dichter, es entstanden die „Knicks“.
Wurden die Hecken bis in die 50er Jahre als Brennholz genutzt, kam die Umstellung, weil Zeit und Arbeitskraft zum Abschlagen und Verbrennen zu knapp wurden. Es entwickelte sich eine prächtige Baumheckenlandschaft. Doch ganz bald mußte diese, den ökonomischen Überlegungen weichen. Flurbereinigungen machten den Maschineneinsatz für die Landwirtschaft leichter. Der ökologische Wert der Hecken wurde zurückgestellt.

Lebensraum Hecke

Als „Stätte des Lebens“ wird die Hecke zu recht bezeichnet. Hecken haben die höchste biologische Vielfalt auf kleinster Fläche. Der Artenreichtum entsteht durch die Bündelung verschiedenartiger Kleinlebensräume auf wenigen Metern. Als Grundausstattung einer guten Hecke haben wir den dicht verzweigten Innenraum des Gebüsches, das belaubte Dach, die seitlichen Rankenpflanzen und einen staudenreichen Unterwuchs der bis zum Kulturland reicht. Für die Tierwelt ist dieser Aufbau von größter Bedeutung. Ob als Nistplatz, als Schlafplatz oder Spähplatz, als Singwarte oder Rückzugsraum und nicht zu vergessen als Nahrungsquelle, die Hecke bietet für „fast jeden etwas“. Die Qualität des Lebensraumes wird von der Dichte, der Anordnung und der Verbindung zu anderen Biotopen bestimmt. Mit der Zusammensetzung der Gehölzarten und Flora lässt sich die Fauna gezielt entwickeln. Ob bestimmte Vogelarten, Niederwild, Schmetterlinge, Insekten, für alle ist Platz vorhanden. Erkennen läßt sich die Vielfalt, wenn im Winter Spuren sichtbar geworden sind.

Gefährdung und Verlust der Hecken

Mit der Umwandlung der Heckenlandschaft von Nutzfläche zum Pflegeübel begann der Streit, wieviel Fläche für die Natur gebraucht wird. Bei der Landnutzung werden immer größere Flächen zur wirtschaftlichen Nutzung gebraucht. Feldobst und Brennholz wird immer weniger gebraucht. Die Zeit für die Pflege der verbliebenen Randflächen wird immer weniger. Damit ist der beschriebene Zustand des Wandels von der Nutzfläche zum Pflegeübel begründet. Pflegeschnitte werden nicht mehr durchgeführt, Buschhecken wachsen, gehen in die Höhe und Breite, es entwickeln sich Baumreihen. Die nachteiligen Wirkungen auf die angrenzenden Kulturen steigt und damit der Ruf nach ihrer Beseitigung ertönt. Verstärkt wurde der Ruf, als festgestellt wurde, dass Überträger von Kulturpflanzenkrankheiten auch in Hecken entdeckt worden waren. Somit verschwanden immer mehr Hecken weil sie ihren ursprünglichen Zweck verloren hatten. Zieht sich der Ackerbau zurück, werden Hecken als Barrieren zwischen Acker und Weide überflüssig. Die besten Überlebenschancen haben Hecken auf natürlichen Böschungen und Kanten von Ackertertrassen. Der Verlust an Hecken ist in Schleswig-Holstein besonders hoch. Der Rückgang von 1950 bis heute beträgt ca. 60%. Heckenverluste bedeuten natürlich auch Artenverluste. Rechnet man auf 30 Meter Hecke ein brütendes Vogelpaar, so kommt es in Schleswig-Holstein, bei 25.000 Km entfernter Hecke, zu einem jährlichen Verlust von etwa 800.000 Vogelbruten. Verstärkt wird der Artenverlust noch, werden Hecken mit Pappelreihen verglichen, dann ist das Verhältnis 1 zu 15. Das bedeutet, daß Hecken von 60 – 80 Vogelpaaren je Kilometer bewohnt sind und Pappelreihen dagegen nur mit 4 Paaren je Kilometer. Fehlen einer Landschaft Lebensräume mit Heckenfunktion, so bedeutet der Heckenverlust auch ein Artenverlust für die ganze Landschaft.

Ersatz für Verluste, Neuanpflanzungen

Verlangt der Bodenschutz, weil Erosion den Acker gefährdet, die Anlage von Hecken, dann sind Heckenpflanzungen als Schutzmaßnahme gerne gesehen. Auch im Zuge von Flurbereinigungsverfahren lassen sich neue Hecken schaffen. Aber oft sieht es so aus, dass Großflächige ausgeräumte Landschaften nur „durchgrünt“ werden. Die Qualität der Maßnahmen wird durch den Umfang der Biotopvernetzung bestimmt. Werden zum Beispiel entlang einer Heckenneuanlage auch noch Randgräben eingeplant, schafft man neue Kleinbiotope, die den Biotopwert der Landschaft wesentlich verbessern. Hecken sind bei der Biotopvernetzung unentbehrlich. Sie dienen als „Adern“ des Lebensraumes die einzelne Biotope miteinander verbinden.
Das Schicksal der Hecken liegt in der Hand der Landbewirtschafter. Wenn sie erkennen, dass auch viele positive Auswirkungen gegeben sind, werden sie Hecken akzeptieren. Hecken sind keine Schutzgebiete, die von den Nutzflächen abgetrennt sind. Beispielhaft ist, dass die in den Hecken lebenden Tiere, weit in das Feld hinein wirken, in dem sie Schädlinge dezimieren oder durch das bestäuben der Pflanzen der Ertrag erhöhen und somit einen wertvollen Beitrag leisten. Nur akzeptierte Hecken haben Zukunftschancen! Verordnungen und biotopfreundliche Flurbereinigungen nutzen nichts, wenn der Landwirt Hecken als Bearbeitungshemmnis und Schädlingsquelle ansieht.
Dort wo noch Hecken oder Feldholzinseln vorhanden sind, kommt es immer wieder zum Konflikten, in dem die Möglichkeit genutzt wird, auf schleichendem Weg sie einzuengen und zu schädigen. Nagt der Pflug pro Jahr nur einen halben Meter, dauert es lange bis es gemerkt wird, und die Hecke ist bald verschwunden. Oft auch nur, weil gesetzlich Vorgegebene Grenzabstände nicht eingehalten werden.
Vorurteile der Landwirte könnten abgebaut werden, wenn schon bei der Ausbildung der Landwirtschaftlichen Berufe, die Dozenten gemeinsam mit Agrarökonomen und Biologen für einen Austausch der Argumente zum besseren Verstehen sorgen würden.

Was können wir tun?

Vieles wird schon getan, aber es Bedarf einem viel größeren Personenkreises der sich interessiert und auch zur Mitgestaltung bereit ist. Die Unsicherheit in vielen Dingen lässt uns passiv werden. Wir wollen mit unseren Bemühungen dafür sorgen, dass theoretische und gesetzliche Vorgaben vermittelt werden und technische sowie fachliche Erfahrungen weiter gegeben werden.

Planen wir die Anlage einer Hecke, ist als erstes die Besitzfrage zu stellen.
Ist es privates oder öffentliches Eigentum? Schließe ich einen Gestattungs-vertrag oder einen Erbpachtvertrag ab oder erwerbe ich das Grundstück? Gibt es Vorkaufsrechte? Ist der Eigentümer eine Kommune oder ein Landwirt? Alles Fragen die im Vorfeld geklärt werden müssen.
Haben wir eine Flächenauswahl getroffen, müssen wir zuerst einen Plan für das neu zu gestaltende Gebiet erstellen. Bei der Standortfrage ist festzustellen wie der Boden und das Klima ist. Daraus ist dann der Pflanzungsplan zu erstellen. Bei der Pflanzenauswahl ist einiges zu berücksichtigen. Der Grundstock sollte immer aus einer Baumschule des Vertrauens bezogen werden. Wichtig ist , dass keine standortfremden Gehölze gesetzt werden. Nach dem Motto: „Vielfalt schafft Vielfalt“ ist vieles möglich, aber selten realisierbar. Es besteht aber auch die Möglichkeit, wie bei der Benjes-Hecke, abzuwarten was sich von selbst einstellt. Voraussetzung dabei ist natürlich, dass sich in der Nähe „Artenvorratslager“ befinden. Dies kann auch ein geeigneter Waldrand sein.
Zu guter letzt müssen wir uns noch Gedanken vor Schäden machen. Ist genug Wasser vorhanden? Gibt es Wild, das Lust auf Rinde hat, oder gar auf die Wurzeln? Für alles gibt es Erfahrungswerte die es zu vermitteln gibt.
Auch nach Jahren gibt es durchzuführende Pflegemaßnahmen. Irgendwann ist dann auch noch ein Rückschnitt notwendig.
Der Odenwaldklub und seine Referenten wollen Wander- und Naturschutzfreunde ermutigen, bei nötigen und möglichen Strukturmaßnahmen, den Aufwand nicht zu scheuen und ihren Beitrag leisten.
Unser Beitrag soll zum Nachdenken anregen und belastende Vorgaben leichter angehen lassen. Wir wünschen ein gutes Gelingen der Umsetzung solcher Schutzmaßnahmen.








Naturschutzwartetreffen 2008

Wanderer und Naturschutzwarte informieren sich beim Jahrestreffen

Hecken und Feldholzinseln, wichtige Rückzugsorte und Elemente der Kulturlandschaft

Mehr als 60 Wander- und Naturschutzfreunde konnte Manfred Hechler am 26. April 2008 in Eppertshausen im Haus der Vereine begrüßen. Unter den Interessierten waren unser Fachwart für Naturschutz beim Wanderverband Helmut Seitel, der Kreisbeigeordnete Christel Fleischmann, Bürgermeister Carsten Helfmann, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Rainer Eder, Hauptwanderwart Manfried Hering und der Landesverbandsvorsitzende Hans Samberger.
Zur Einführung in die Thematik informierte Manfred Hechler warum Hecken für den Naturschutz besonders wertvoll sind. „Hecken, Raine, Feldgehölze und Streuobstwiesen prägen die Kulturlandschaft in Deutschland, machen diese nicht nur touristisch attraktiv, sondern auch ökologisch wertvoll. Diese Landschaftselemente sind für Erholungssuchende genauso wichtig wie für Pflanzen und Tiere. Sie vermindern die Bodenerosion, können das Mikroklima und den Wasserhaushalt verbessern oder den Puffer zwischen intensiv genutzten Feldern und angrenzenden Gewässern bilden“. Bedenklich ist jedoch die Entwicklung der letzten 30 Jahre, die aufzeigt, wie die Anzahl der Vogelarten in der Agrarlandschaft um 40 Prozent zurückgegangen ist.
Anschließend referierte Dr. Wolfgang Heimer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg, über die Artenvielfalt des Lebensraumes der Heckenlandschaften. Untermauert mit eindrucksvollen Bildern wurden die Bewohner der einzelnen Schichten in ihren unterschiedlichen Lebensräumen gezeigt. Die Bewohner wie Hase, Igel, Iltis, Rebhuhn, Neuntöter oder Dorngrasmücke und andere Arten haben ihren Platz zum Nisten und Schlafen, als Spähplatz und Rückzugsraum, aber auch als Nahrungsquelle sind Hecken, die „Stätte des Lebens“.
Aus Sicht eines Praktikers stellte Walter Scharmann vom Naturschutzzentrum Odenwald das zentrale Thema Hecken vor. Er erläuterte die unterschiedlichen Arten von einfachen Heckenstreifen, über den Knick und das Gebüsch, bis hin zum Gehölz und den Feldholzinseln. Als wichtigen Teil der Planung zum Anlegen von Hecken nannte er die Biotopvernetzung zum Artenaustausch. Einen hohen Stellenwert widmete der Referent den Pflegemaßnahmen, die schließlich zur Erhaltung und Verbesserung der Biotope dienen.
Nach den theoretischen Ausführungen machten sich die Tagungsteilnehmer auf den Weg in Richtung des Eppertshäuser Biotopes „In den Stöcken“. Hier gab Manfred Hechler Informationen zu den vor 15 Jahren gepflanzten Hecken. Gezeigt wurden die Pflegemaßnahmen, die im Januar stattfanden. Diese Pflege durch Rückschnitt auf den Stock, dient den unteren Schichten zur besseren Entwicklung. Gezeigt wurde ebenfalls, was sich so alles an Flora und Fauna im Laufe der Jahre angesiedelt hat, wie zum Beispiel die Wasserfläche mit dem Laubfroschvorkommen.
Mit dem Hinweis, dass weitere Exkursionen zum Thema stattfinden, konnten die Teilnehmer viele Anregungen für ihre Vereinsarbeit mit auf den Weg nach Hause nehmen.

Bericht:
Referent Naturschutz
Manfred Hechler





Naturschutzwartetreffen 2008

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.








Exkursion mit Walter Scharmann am 22. Juni 2008

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.







Wacholderheiden um Hardheim

Exkursion zu den Wacholderheiden um Hardheim

Entwicklung der Heckenlandschaft durch Pflegemaßnahmen.

Am Sonntag, den 31. August folgten 92 Naturfreunde aus ganz Nordbaden und Südhessen der Einladung zu einer naturkundlichen Exkursion. Schwerpunktthema war die Entwicklung der Heckenlandschaft der Wacholderheide um Hardheim. Kurt Horn, Naturschutzwart der Ortsgruppe Hardheim, begrüßte die Teilnehmer und stellte die 7 km lange Wanderung auf den Höhen rund um Hardheim vor. Manfred Hechler erklärte noch, wie wichtig die Pflege der Landschaft ist. Würden hier keine Maßnahmen durchgeführt, hätten wir nur Wald und Gebüsch. Seit über zehn Jahren ist die Naturschutzgruppe des Odenwaldklubs Hardheim bei den Pflegemaßnahmen aktiv im Einsatz.
Die fachliche Leitung der Exkursion übernahm Dipl. Ing. (FH) Landespflege Bernd Brunner. Er war von 1992 bis 1999 Mitarbeiter der Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg. Seit 1999 betreut er selbständig Landschaftspflegemaßnahmen in NSG und FFH- Gebieten der Bezirksstelle für Natur- und Landschaftsschutz (BNL) in Karlsruhe, die auch das Hardheimer Gebiet beinhalten.
An fünf Stationen gab es dann ausführliche Informationen zu dem Gebiet. Zwischen den einzelnen Stationen wurden die gefundenen Magerrasen- und Heckenpflanzen bestimmt und erklärt.
Die erste Station war am neuen Wasserbehälter des Wurmberges. Das Naturschutzgebiet „Wacholderheide Wurmberg und Brücklein“ wurde im Juli 1986 ausgewiesen. Mit einer Gesamtgröße von rund 51 ha ist es das größte zusammenhängende Wacholderheidengebiet des Neckar-Odenwaldkreises. Im Jahr 1991 wurde für dieses Gebiet ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt, aus dem sich zahlreiche Maßnahmen zum Erhalt der Pflanzen- und Tierarten ergaben. Viele dieser Negativzustände und Gefährdungen sind mittlerweile beseitigt.
Nach einem kleinen Abstecher zur Sternwarte führte die Exkursion in den Hohlwiesengraben und zum Steinbruch bei Bretzingen. Hier erfuhren wir, dass um 1800 in der Hohlwiese Wein angebaut wurde. Es gab in Hardheim 120 ha Rebland. 1914 war die Rebfläche auf 10 ha geschrumpft und später ganz aufgegeben. Es wurde auf Obstbaumwiesen umgestellt, teils sogar auf Gartennutzung und Schafbeweidung. Auf dieser Zeit gehen die noch vorhandenen Wacholderheideflächen zurück. Der Begriff „Magerrasenstandort“ bedeutet, es ist ein sehr magerer, flachgründiger, kalkiger Untergrund. Solche Flächen sind in Baden-Württemberg gesetzlich geschützt, auch außerhalb von NSG. Die Orchideenvielfalt und die hohe Anzahl schützenswerter Pflanzen- und Tierarten sowie ein enormer Reichtum an Insekten machen das Gebiet so wertvoll. 12 verschiedene Orchideen kommen im NSG vor. Auch für die Vogelwelt bietet das NSG ideale Bedingungen, Neuntöter und Dorngrasmücke haben hier ihren Lebensraum.
In früheren Zeiten wurde vor einem Wacholderstrauch der Hut gezogen, weil der Volksglaube besagte, Wacholder würde vor Hexen und bösen Geistern schützen. Wacholderheiden und Magerrasen, Hecken und Gebüsche sind Teil einer kleinbäuerlichen Kulturlandschaft, entstanden durch Nutzung oder Nutzungsaufgabe. Würde der Mensch diese Landschaft sich selbst überlassen, würde sie sich in ihren Urzustand zurückverwandeln, nämlich in Wald.
Weiter erläuterte Bernd Brunner die Bedeutung der Landschaftspflege für das Naturschutzgebiet mit seinen Biotopen. Will man die Artenvielfalt der kalkreichen Magerrasen erhalten, so muß man ständig eingreifen. Früher in Form von extensiver Bewirtschaftung, wie Mähen der Heuwiesen, Beweidung und Nutzung des Holzes zur Brennholz- und Reisiggewinnung, durch „auf den Stock“ setzen der Hecken. Ohne Pflege würden die Hecken überaltern, zu stark in die Höhe wachsen, im unteren Bereich verkahlen und schließlich auseinanderbrechen, die Lebensraumfunktion der Hecke verloren gehen. Daher ist regelmäßiges „Auf den Stock“ setzen als Pflegemaßnahme unerläßlich, wenn man artenreiche Heckenstrukturen erhalten will. Auch hier gilt: Kulturlandschaft braucht Pflege.
Die aktive Landschaftspflege in Form der „Bewirtschaftungssimulation“ betreibt die Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg. Seit 1991 in optimaler Zusammenarbeit mit dem OWK Hardheim. Weiter sind die Stadt mit ihren Forstamtsmitarbeitern, im Winter auch Landwirte und Mitarbeiter eines Maschinenringes bei der Pflege tätig. Bereits verbuschte und von Gehölzen
(oft auch Kiefern) überwachsene Heidereste werden wieder geöffnet und nachgepflegt. Im Juni werden Stockausschläge entfernt. Im Herbst findet auf der Fläche eine Gesamtmahd statt. Abschließend wird das Mähgut zusammengetragen und abtransportiert und zum Teil auch verbrannt.
Von unserer letzten Station haben wir noch einen Blick auf den Wurmberg. Dieser war bis zu seiner Erstpflege 2003/04 weitgehend stark verbuscht. Die Durchgängigkeit, auch für die Schafbeweidung war nicht mehr gegeben. Durch Erstpflegemaßnahmen und Aufräumarbeiten des OWK wurde die Beweidungsfähigkeit wieder hergestellt. Der Obstwiesencharakter im unteren Bereich blieb erhalten.
Beeindruckt von der Leistung der Naturschützer des OWK Hardheim und dem Fachreferenten Bernd Brunner dankte Manfred Hechler für die gelungene Exkursion zu unserem Jahresthema „Hecken in der Landschaft“.
Kurt Horn sagte: „Wenn ich gewußt hätte, wieviel Arbeit auf mich zukommt, hätte ich diese nicht angenommen. Wenn ich aber heute sehe, was wir erreicht haben, würde ich es wieder machen.“ Dieses in aller Ehrfurcht vor der Schöpfung gesagte Zitat soll Wanderfreunde anregen auch tätig zu werden.

Manfred Hechler



Wacholderheiden um Hardheim 2008

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.




zurück zum Themenverzeichnis





Thema des Jahres 2007 - Streuobstbau




Streuobst - Jahresprojekt 2007



Streuobstbau wird zum Jahresprojekt 2007 der

Naturschutzgruppen des Odenwaldklubs.

Die Entwicklung der Ortsränder, des ländliches Raumes, ist vor eine ernsthafte Herausforderung gestellt. Das prägende Element war und ist der Streuobstbau. Es droht ein bedeutsamer Verlust der kulturellen und landschaftlichen Eigenart, sowie der besonderen ökologischen Funktion mit den Folgen für unsere Lebensverhältnisse, wenn der Streuobstbau nicht gefördert wird. Gerade die Diskussion zur Naturschutzgesetzgebung im letzten Jahr hat gezeigt, das vielen nicht bewußt ist, welche Werte zu schützen sind. Der Odenwaldklub informiert seine Mitglieder rund um den Streuobstbau. Wir versuchen die Geschichte zu ergründen, die Entwicklung der Landschaft zu beschreiben, verschiedene Streuobstarten vorzustellen und auch Aussagen zur Pflege und Erhaltung zu machen. Aus naturschutzrechtlicher Sicht werden wir die ökologische Bedeutung des Streuobstbaues besonders beachten.

1.) Was ist Streuobst?

Unter Streuobst versteht man im Allgemeinen großwüchsige Bäume verschiedener Obstarten, die an Ortsrändern, auf Feldern, Wiesen und Weiden in unregelmäßigen Abständen „gestreut" stehen. Zum Streuobst werden aber auch Einzelbäume an Wegen, Straßen und Böschungen, sowie Baumgruppen mit regelmäßigen Pflanzabständen gezählt. Die typische Baumform des Streuobstbaumes ist der Hochstamm.

2.) Zur Geschichte des Streuobstbaumes im Odenwald

Urkundlichen Belege über den Obstbau im Odenwald in den ersten Jahrhunderten nach Christie besitzen wir nicht. Wir sind für diese Zeit, wie im Weinbau, auf Vermutungen angewiesen. Es darf aber doch mit Sicherheit angenommen werden, daß die Römer, innerhalb des durch den Limes geschützten Raumes, Obstgärten angelegt haben. So auch, auf einer Besitzung in Dreieichenhain, einer nördlichen Vorhöhe des Odenwaldes. Pflegestätten hatte der Obstbau auch sicher in den Klöstern zu Steinbach, Höchst und Mosbach. Der Baumgarten- odenwälderisch „Bangert" - gehörte von Anfang an zum Bauernhof, zur Hube. Seit dem 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. ein notwendiger Bestandteil der Odenwälder Bauernwirtschaft und bis heute oftmals noch an der selben Stelle anzutreffen.

3.) Streuobst in der Landschaft

Streuobst wurde überall angepflanzt, wo die Böden ausreichend nährstoffreich waren und das Gelände eine Anpflanzung erlaubte. Unser heutiges Obst hat auf verschiedene Weise seinen Weg in die Landschaft gefunden. Holunder, Wal- und Haselnuss kamen aus dem Wald in die Flur, ohne große Veränderungen bezüglich Fruchtform und Fruchtgröße durchzumachen. Der Holunder war traditionell als Obstgehölz und lebende Apotheke am Haus erwünscht. Alte Obstsorten wie Wildapfel, Wildbirne, Wildkirsche, Schlehe und Mehlbeere kommen als Waldrand- und Heckengehölze in unseren Fluren vor, haben aber ihren Status als Obst verloren. Diese Wildarten dienen aber seit Jahrhunderten der Bastardierung mit Edelobstsorten als Grundlage. Die Verbreitung der heutigen Kulturobstarten Apfel, Birne, Sauer- und Süßkirsche, Pflaume, Zwetsche, Pfirsich, Quitte, Aprikose und Edelkastanie begann unter der Herrschaft Roms. Die Römer kannten die Technik des Veredeins bereits und schafften damit die Grundlage der vielen Sorten. Der flächendeckende Streuobstbau verlangte hoch angesetzte Baumkronen, die eine Bewirtschaftung und die Durchfahrt vollbeladener Heuwagen zuließ. Der Hochstamm und die Kronenerziehung war die folgerichtige Entwicklung. Der Streuobstacker verliert heutzutage zunehmend an Fläche, da er der maschinellen Bewirtschaftung zum Hindernis wird. Zurückgedrängt wird der Streuobstbau aber auch durch die Siedlungsentwicklung, die sich immer mehr in der Landschaft ausbreitet.

4.) Ökologische Bedeutung des Streuobstbaues

Streuobstbestände gehören auf Grund ihrer Strukturvielfalt zu unseren wertvollsten Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Bis zu 5000 Arten können hier vorkommen. Vor allem die zum Kern- und Steinobst zählenden Obstarten werden von einer enormen Anzahl von Holz, Laub und Frucht fressenden sowie Nektar sammelnden Insekten und ihren Larven als Wirtspflanze genutzt. Das in älteren Obstgehölzen starke Auftreten von Totholz und damit verbunden von Hohlräumen und Baumhöhlen, führt, unter Mithilfe von Spechten, zu einem verstärkten Angebot von Nistgelegenheiten und Lebensräume für Höhlenbrüter und -bewohner. Hier seien die einst typischen und heutzutage selten gewordenen Arten Steinkauz, Wendehals, Gartenrotschwanz, Baumschläfer, Siebenschläfer, Haselmaus und Fledermäuse genannt. Auch die seltene Hornisse baut ihr Nest in größere Höhlen. Hinzu kommt, dass der, bedingt durch extensive Bewirtschaftung, meist sehr artenreiche Unterwuchs „Wiese" zur Vielfalt und Bereicherung des Lebensraumes beiträgt. Eine mit Weißdorn, Wildrosen, Hartriegel und anderen Wildgehölzen unterstellte Obstreihe, wie man sie oft an Rainen und Böschungen findet, istgleichzeitig auch Lebensraum für typische Heckenbewohner wie Dorngrasmücke und Neuntöter. Da der Saum meistens nicht gemäht wird, können dort als weitere Nahrungsquelle für Tiere Samen und Früchte heranreifen. Die ungemähte Krautschicht bietet darüber hinaus Unterschlupf für Tierarten wie Igel, Spitzmaus und Hermelin. Als zusätzliche Struktur kommen hier Trockenmauern mit ihren speziellen Tier- und Pflanzenarten vor. Streuobstflächen verbinden die unterschiedlichsten Lebensräume miteinander und sind somit wichtiger Bestandteil des Biotopverbundsystems. Die Obstbaumbestände liefern als Windbremse und Schattenspender einen Beitrag zum Klimaausgleich. Im Hangbereich leistet der Streuobstbau als Bodenfestigerwie keine andere Kulturform seine Dienste zur Vermeidung von Bodenerosion.

5.) Bedeutung für das Landschaftsbild

Die Obstbaumbestände sind lebende Zeugnisse traditioneller ländlicher Lebensformen. Seit Jahrhunderten prägen Streuobstflächen entscheidend das Landschaftsbild und haben damit sehr wichtige gestalterische Funktionen im
Ortsbereich und in der Landschaft übernommen. Streuobstflächen sind Bestandteil der unmittelbaren Erlebniswelt und dienensomit auch der Erholung und der Stärkung des Heimatgefühls.

6.) Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung des Streuobstbaus hat im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft stark abgenommen. Das Marktobst wird heute fast ausschließlich in Spindelbusch- und Niederstammkultur produziert.
Die Neuanlage, Erhaltung und Pflege von Steuobstbeständen werden, durch staatliche Programme zur Erhaltung der Kulturlandschaft, gefördert. Im Rahmen von Dorferneuerung und Flumeuordnung werden ebenso Einzelmaßnahmen
gefördert.







Die Streuobstwiese







Fachtagung Naturschutz beim Odenwaldklub 2007

Die Teilmehmer der Fachtagung Naturschutz 2007

Fachtagung Naturschutz beim OWK

am Samstag, den 21. April 2007 um 10.00 Uhr

Eppertshausen „Haus der Vereine" im Bahnhof.

Den Streuobstbau, das prägende Element in der Landschaft, wollten wir uns beim Treffen der Naturschutzhelfer näher ansehen. Als Naturschützer hatten wir die ökologische Bedeutung besonders beachtet.

„Lebensraum Obstwiese - Maßnahmen zur Erhaltung und Gestaltung."

Im Vortrag mit Lichtbildern zeigte uns Otto Diehl, bekanntester Naturschützer der Region, nach einem Rückblick auf die frühere Bedeutung und Nutzung der Obstbäume die Entwicklung zu den gravierenden Veränderungen nach dem Krieg ( nach 1945 ). Mit der Vernachlässigung der Bäume und den staatlich geförderten Rodungsmaßnahmen, schließlich zu einer neuen in-Wertsetzung der Obsthochstämme als Lieferant gesunden Obstes und der Rückbesinnung auf ein altes Kulturgut mit großer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Allerdings betrachten wir auch die nach wie vor mangelhafte Pflege der Obstbäume.

„Mikrokosmos Apfelbaum"

Im Vortrag von Dirk Diehl wurde aus Sicht eines Zoologen die ökologische Bedeutung eines Apfelbaumes vermittelt. Wenn man Streuobstwiesen betrachtet, wird meist der einzelne Obstbaum vernachlässigt. Wer denkt schon an die vielen Kleintiere, für die der Apfelbaum möglicherweise eine Welt darstellt, die sie nie verlassen? Der Vortrag schärft den Blick für die Bedeutung eines einzelnen Obstbaumes als Lebensraum.

Fotos von der Fachtagung Naturschutz 2007

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.




zurück zum Themenverzeichnis





Thema des Jahres 2006 - Landschaftsnutzung




Fachtagung Naturschutz am 20. Mai 2006

Die Teilnehmer der Fachtagung Naturschutz 2006

Landschaftsbild aus Sicht des Naturschutzes

Fachtagung Naturschutz in Eppertshausen zum Thema Landschaft
Zentrales Thema der Fachtagung des Odenwaldklubs, am Samstag den 20. Mai 2006, waren Landschaft, der Landschaftsverbrauch und die Zerstörung des Landschaftsbildes.
Hierzu zeigten Dr. Heiner Grub vom Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, Helmut Seitel vom OWK-Vorstand und Fachwart für Naturschutz beim Deutschen Wanderverband sowie Hauptnaturschutzwart Manfred Hechler die Problematik anhand von kurzen Filmen und Erklärungen.
Unter den über 60 Naturschutzwarten und Vorständen begrüßte Manfred Hechler auch Kommunalpolitiker und befreundete Naturschützer anderer Verbände.
In seiner kurzen Einführungsrede wurden die Teilnehmer sensibilisiert. „Die Landschaft, in der wir Leben, soll ein gesundes Leben ermöglichen.“ Naturschutz ist Umweltschutz, um auch in Zukunft sich in der Natur wohl zu fühlen bedarf es der Einsicht, „die Landschaft nicht verkommen zu lassen“.
Wir wollen Beispiele aufzeigen wie immer mehr Landschaft zerstört wird.
„Die Bewahrung des Landschaftsbildes ist für die Erholung der Bevölkerung von großer Bedeutung. Landschaftserleben ist Indikator für Harmonie und Zufriedenheit“ wurde von Wissenschaftlern festgestellt.
Dr. Heiner Grub präsentierte den Wanderfreunden und Naturschützern den Dokumentarfilm „Ende im Gelände“. Der Steifen verdeutlichte originell und eindrucksvoll das Problem des Flächenverbrauches. Beispiele zeigten die Auswirkungen auf Natur und Lebensqualität. Allein in Europa hat der bebaute Raum in den letzten 20 Jahren um 20 Prozent zugenommen, wobei viele Landschaften zerstört wurden, während die Bevölkerung gerade mal um 6 Prozent wuchs. Die demographische Entwicklung zeigt ein Rückgang der Bevölkerung an. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Um Lösungen zu finden, wie der „Flächenverbrauch“ reduziert werden kann, wurden Beispiele aufgezeigt. Als Ausgangssituation wurden in Deutschland im Jahr 2000 noch täglich 129 ha für Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen. Im Jahr 2002 waren es noch 105 ha Flächeninanspruchnahme täglich. Hierbei wird angenommen, daß die o. g. Verminderung keine tendenzielle Veränderung ist, sondern vor allem konjunkturelle Ursachen hat.
Die Politik hat für den Zeitraum bis zum Jahre 2020 eine Verminderung der täglichen Inanspruchnahme auf maximal 30 ha als strategisches Ziel verabschiedet. Um nachhaltig dieses Ziel zu erreichen muß in Zukunft ein Flächenmanagement gefördert werden. Wie ein solcher Flächenpool aussehen könnte, wurde im Film „Ende im Gelände“ aufgezeigt. Bei der Umsetzung dieser Entwicklungskonzepte sind die Bürger, die Verbände und Gemeinden gefragt regional zusammenzuarbeiten. Ein großer Schritt den Flächenverbrauch zu reduzieren wäre, den Leerstand bei Wohn- und Gewerberäumen in der Ortslage durch Umnutzung der Bausubstanz zu beseitigen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und zur Mitarbeit zu motivieren.
In einer anschließenden Diskussion gab Dr. Heiner Grub Antworten auf Fragen und Bedenken der Teilnehmer zu den künftigen Herausforderungen der Landentwicklung.
Nach einer kurzen Kaffeepause wanden wir uns dem Thema Energieverbrauch und Landschaftsbild zu. Die Öl- und Gasressourcen schwinden, das globale Klima gerät aus dem Gleichgewicht. In ungefähr 125 Jahren, so alt wie unser Verein ist, hat sich der Energieverbrauch global verfünfundzwanzigfacht. Das heißt, was im Jahr 2004 verbraucht wurde, hat im Jahr 1889 für 25 Jahre gereicht.
Helmut Seitel stellte das zentrale Thema „Landschaft“ aus Sicht unseres Verbandes vor. Wenn sich das Bild der Landschaft erheblich und nachhaltig wandelt, sind die Wandervereine gefragt, um ihre Kompetenz in die Diskussion einzubringen. Windkraftanlagen bieten beim Landschaftsbild ein „weitreichendes“ Beispiel des Verlustes der ursprünglichen Kulturlandschaft. Hierzu zeigte Manfred Hechler den 30-minütigen Informationsfilm des Eifelvereins: „Auswirkungen von Windenergieanlagen auf das Landschaftsbild der Eifel“. Hier wurde gezeigt, was heimatverbundene Wanderfreunde empfinden, wenn rotierende Giganten in die dörfliche Beschaulichkeit des Mittelgebirges Eifel gestellt werden.
Für Helmut Seitel Grund zu einer Diskussion aufzurufen. Hierbei ist die Nutzung erneuerbarer Energien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft, ebenso die der Biomasse, kritisch zu diskutieren.
Da es keine Alternative zur verstärkten Nutzung der erneuerbaren Energien gibt, sollten wir nach Lösungsansätzen zwischen Gewinnung von Energien, Naturschutz und Landschaftsästhetik suchen. Um ein gemeinsames Maßnahmenkonzept für eine reduzierte Flächeninanspruchnahme zu entwickeln, sind zunächst Bund, Länder und Kommunen gefordert. Aber Entscheidungen fallen letztendlich vor Ort in den Städten und Gemeinden. Gerade hier müssen die Wandervereine in ihrer Funktion als anerkannte Naturschutzverbände ansetzen und mit ihrer intensiven Kenntnis von Landschaft und Heimat Flächenverbrauch und Störung des Landschaftsbildes verhindern oder reduzieren.
Qualität und Quantität von Flächeninanspruchnahme müssen die natürlichen Ressourcen ebenso berücksichtigen wie Erholung und Landschaftsbild. Zum Schutz und zur Pflege von Natur und Heimat sollten Planungen den Kriterien einer umfassenden Nachhaltigkeit genügen. Eine Beteiligung der Wandervereine vor Ort – schon bei den ersten Planungen zu Eingriffen in Natur und Landschaft und nicht erst in den Genehmigungsverfahren - muß von uns gefordert werden. Planungen dürfen nur mit den Wandervereinen und ihrer Kompetenz in Sachen „Landschaft“ formuliert werden.
Anschließend dankte Manfred Hechler beiden Fachreferenten, die in ihren Verbänden über eine Million Mitglieder vertreten, für ihre eindringlichen Beiträge. Jetzt sind die Teilnehmer der Veranstaltung als Multiplikatoren gefragt um weitere Mitglieder zu sensibilisieren.
Ebenso gilt der Dank der Gemeinde Eppertshausen für die kostenlose Bereitstellung der Tagungsstätte und den Frauen der Eppertshäuser Naturschutzgruppe für die Bedienung der Gäste.

Nach dem Imbiß zum Mittag wurde noch eine Exkursion an die Gersprenz angeboten.
Hans Ulrich vom NABU Münster zeigte Erfolge der Naturschutzarbeit im Bereich der Gersprenzaue. Beginnend vom wieder zurückgekehrten Weißstorch, der gerade dabei ist zwei Jungvögel aufzuziehen, bis zur Wasserschöpfanlage zur Bewässerung der Wiesen, konnte Hans Ulrich den Teilnehmern zeigen, daß sich Naturschutzarbeit lohnt.



Die kleinen Fotos zum Vergrößern bitte anklicken



zurück zum Themenverzeichnis






Thema des Jahres 2005 - Landschaftspflege mit Tier



Landschaftspflege in der Kulturlandschaft

Beweidung mit Zebus

Exkursion des Odenwaldklubs in den Landkreis Miltenberg

Über dreißig Wanderfreunde, die im Naturschutz aktiv sind, waren am 10. September 2006 Gast beim Landschaftspflegeverband des Landkreises Miltenberg. Geschäftsführer Siegmar Hartlaub führte die Naturschützer zu drei Projekten der „Landschaftspflege mit Vierbeinern“. Weil die Teilnehmer aus drei verschiedenen Bundesländern kamen, mußte zu Beginn der Exkursion die Zuständigkeit der Organisation für die Landschaftspflege angesprochen werden. In Bayern ist die Abteilung Landschaftspflege bei der Unteren Naturschutzbehörde angesiedelt. Um eine naturverträgliche Pflege und Entwicklung der Landschaft zu erreichen, sitzen Landwirte, Kommunen, Naturschutzverbände und Behörden an einem Tisch. Dabei wird das wichtige Ziel des Naturschutzes, die Erhaltung der heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume, geplant.
Im Südspessart und dem bayrischen Teil des Odenwaldes gibt es viele landwirtschaftliche Grenzertragsstandorte, das heißt Flächen auf denen sich die Landwirtschaft zurückzieht. Diese Bereiche sind aufgrund ihrer schlechten Böden und kleinen Schlaggrößen nur eingeschränkt für den Ackerbau nutzbar. Betroffen von dieser Entwicklung sind die Flächen, die für das Landschaftsbild und den Artenschutz besonders wertvoll sind, wie z.B. alte terrassierte Weinbergslagen, besonders steile Hanglagen, Feucht- und Nasswiesen sowie extrem nährstoffarme Magerhänge.
Weilbach an der Mud war der erste Treffpunkt der Exkursion. Hier hat vor ca. 15 Jahren der Pflegeverband sein Pilotprojekt gestartet. Der Weilbachkopf ist ein Stück Kulturlandschaft, das im Wandel der Zeit viele Veränderungen mitgemacht hat. Schon im Mittelalter wurde die Kuppe gerodet und als Weinberg genutzt. Um 1900 wurden die Terrassen für den Obstanbau, als Gemüsegarten oder als Kartoffelacker genutzt. Ende des letzten Jahrhunderts gaben immer mehr Eigentümer die Bewirtschaftung auf, der Wald machte sich wieder breit. Hier begann es, für den Biologen und Geschäftsführer Siegmar Hartlaub, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Mit dem Schäfer Klaus Kobold fand er einen geeigneten Verbündeten, der die naturschutzfachlichen Zielvorstellungen umsetzte. Mit einem Drittel seiner 300 Schafe zieht Klaus Kobold in rotierender Koppelhaltung über den noch offenen Teil des Hanges, um der Verbuschung Einhalt zu bieten. Daß sich die Bemühungen lohnen, konnten die Teilnehmer vor Ort feststellen. Neben der herrlichen Aussicht auf das Mudtal war der Artenreichtum von Flora und Fauna auffällig.
Nach zwei Stunden ging es weiter zum nächsten Treffpunkt der Exkursion.
Der Hochberg bei Dorfprozelten bot ein weiteres Beispiel der Landschaftspflege mit Vierbeinern. Der Einsatz von Zebus, eine exotischen Rinderrasse, wurde hier vorgestellt.

Zuerst wurden die Naturschützer an der alten Obsthalle mit einem kleinen Imbiß überrascht, den Jürgen Elter mit seiner Familie zubereitete. Neben selbst gepreßtem Apfelsaft gab es noch Salami vom Zebu zu kosten. An einer Bretterwand hatte Jürgen Elter eine Bilderserie, die seine Arbeit aufzeigt, angebracht. Wie es dazu kam, daß heute Zwergzebus im Südspessart grasen, wurde eindrucksvoll erklärt. Ein exotisches Bild, das sich hoffentlich weiter verbreitet. Vorfahren der Deutschen Zwergzebus sind Kaukasische und Ceylonesische Zeburinder. Ausgehend von Baden-Württemberg hat der Bestand seit Anfang der 90-iger Jahre stetig zugenommen. Die Beweidung von Streuobstwiesen und Magerrasen mit Zebus ist in Deutschland eine noch recht junge Nutzungsform. Mehrjährige Versuche in Baden-Württemberg zeigen die besondere Eignung der Zebus bei der Wiederherstellung und Nutzung offener Landschaften. Der Vorteil des geringen Gewichtes der Zebus ist, es entstehen weniger Trittschäden bei nassen Flächen. Beim Fressen dringen die Tiere in das Innere von Gebüschen vor und lichten diese von innen her auf. Spätere Entbuschungsmaßnahmen werden deshalb wesentlich erleichtert.
Anschließend besuchten wir den Einsatz vor Ort. Hier wurde die Herde erst am Vorabend eingesetzt. Auf der nassen Hangwiese stehen die Zebus bis zum Hals im Gebüsch um dieses abzufressen. Unterstützt von ein paar Ziegen sorgen sie für die Offenhaltung der Landschaft.
Weiter ging die Exkursion mit einem kurzen Besuch der Ruine Henneburg. Die wunderbare Landschaft des Maintales konnte vom Turm aus betrachtet werden.

Als letztes Ziel wurde der Schafhof vom Schäfer Klaus Kobold angesteuert. Das Anwesen am Ortsrand von Kirchzell dient im Winter als Unterstand und es werden Futter und die Gerätschaften gelagert.
Auch hier hatte sich die ganze Familie eingefunden um die Naturschützer zu verköstigen. Die Bratwurst vom Merino – Schaf war ein besonderer Leckerbissen. Artgerechte Haltung und die natürliche Futtergrundlage ergeben ein aromatisches Fleisch.
Nach dem die vielen Fragen der Teilnehmer von den drei Fachleuten soweit wie möglich beantwortet waren, bedankte sich Manfred Hechler für die Einladung beim Landschaftspflegeverband Miltenberg und übergab Buchgeschenke vom nördlichen Odenwald als kleines „Danke schön“ an die Referenten Siegmar Hartlaub, Jürgen Elter und Klaus Kobold.
Beeindruckt von den Landschaftspflegemaßnahmen machten sich die Teilnehmer nach sieben Stunden Exkursion auf den Heimweg, einig darin, daß es sich lohnt etwas für eine abwechslungsreiche Landschaft zu tun.

Manfred Hechler





Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



zurück zum Themenverzeichnis





Trockenmauern und Steinhaufen




Manfred Hechler begrüßt die Teilnehmer der Exkursion. Hinten, rechts mit Hut, der Exkursionsleiter Förster Willi Schäfer




Jahresthema 2010 - Trockenmauern und Steinhaufen

Naturkundliche Exkursion in Groß-Umstadt / Jasmin Frank

Jedes Jahr widmet das Fachreferat „Naturschutz“ des Odenwaldklubs einem bestimmten Thema und in 2010 war das der Bereich Trockenmauern und Lesesteinhaufen. „Diese Lebensräume sind kleine Biotope und auch echte Naturheizungen“, schmunzelt Förster Willi Schäfer, der zum Jahresabschluss gemeinsam mit Manfred Hechler eine naturkundliche Exkursion durch die Groß-Umstädter Weinberge und Wiesen anbot. „Hier vor Ort treffen zwei Kulturlandschaften aufeinander, der Odenwald und das Rhein-Main-Gebiet. Deshalb ist diese Gegend hier so reich an verschiedenen Landschaftsformen“, so Schäfer. An vier Stationen verweilt die acht Kilometer lange Tour, damit die zahlreich eingetroffenen Wanderer einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Naturschutzgruppe bekommen können. Unter die etwa 50 Teilnehmer hatten sich auch Ehrenmitglied Werner Kramer aus Mosbach am Neckar, Stefan Rickert von der Forstverwaltung Hessen Forst und zahlreiche Naturschutzwarte und Naturschutzsachbearbeiter des Odenwaldklubs gemischt. „Ich bin sehr an Themen rund um die Natur interessiert und laufe vor allem deswegen hier mit. Ich finde es wirklich sehr gut, was der Odenwaldklub hier leistet und weil ich ohnehin gerne spazieren gehe, habe ich mich dieser Wanderung angeschlossen“, so Lilly Blümner. Sie ist nicht die einzige, die als Nichtmitglied gerade wegen der Arbeit der engagierten Naturschützer auf die Idee gekommen ist, mitzuwandern. „Ich bin eigens aus Groß-Zimmern hierher gekommen. An sich interessiere ich mich sehr für Streuobstwiesen und pflege auch selbst welche. Aber weil ich diesen Lebensraum erweitern möchte, will ich auf den Wiesen solche Mauern und Steinhaufen errichten, damit sich noch mehr Tiere und Pflanzen ansiedeln können“, erzählt Erich Koch. Er hat das Ziel der Projekte beim Namen genannt: Lebensräume schaffen und erhalten. „Gerade weil sich die Mauern so gut erwärmen und auch über Nacht die höheren Temperaturen halten können, sind sie für viele Reptilien und Vögel von enormer Bedeutung. Wir sorgen dafür, dass das Gelände über den Mauern nicht verbuscht, denn die entstehenden Wurzeln würden die Mauern zerstören“, so Förster Willi Schäfer. Genauso ist es im Biotop, das von der Groß-Umstädter Gruppe in den achtziger Jahren geschaffen wurde: Mehrere Teiche wurden angelegt, die sich auf einer Wiese ein Stelldichein geben. Innerhalb von nur zehn Jahren würde aus der Freifläche ein Wald, würde sie nicht regelmäßig gemulcht und von größeren Büschen befreit. Darüber hinaus müssen auch die Teiche selbst entschlammt werden, damit die dort lebenden Arten genug Sauerstoff erhalten. Bei so vielen Informationen durfte eine kleine Stärkung nicht fehlen, die von der Wandergruppe am Naturtreff am Rödelhäuschen eingenommen wurde. Der Treff wurde von der Stadt Groß-Umstadt eingerichtet, damit vor allem Kinder die Natur ihrer Heimat besser kennen lernen. Gelagert zwischen Wald, Feldern, Weinbergen und Obstwiesen ist der Ort ein weiterer Hinweis für die Vielfalt der heimischen Natur. Diese rückt mit all ihren Facetten immer mehr in den Blickpunkt unserer Gesellschaft und vor allem die klimatischen Veränderungen werden derzeit fokussiert. Deshalb zollt das Thema des kommenden Jahres der aktuellen Diskussion Tribut: Wetter und Klima werden von den Naturschützern des Odenwaldklubs unter die Lupe genommen. Eine Exkursion in den Offenbacher Wetterpark darf dabei natürlich nicht fehlen.




zurück zum Themenverzeichnis





Hirschkäfer - Bau einer Hirschkäferwiege




Hischkäfer und Hirschkäferwiege

Männlicher Hirschkäfer - © Charles Rosenbichler / pixelio.de




Der Hirschkäfer

Insekt des Jahres 2012: Der Hirschkäfer

Jeder kennt ihn, kaum einer hat ihn je gesehen > steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten ( stark gefährdet ) > Lebensraumentzug, Zunahme der Schwarzwildbestände >der Art muss aktiv geholfen werden !

Männchen bis 9 cm groß, mit 3 cm langem „Geweih“ ( umgewandelter Oberkiefer )
Weibchen 4 bis 6 cm groß, ohne „Geweih“ ( Geschlechtsdimorphismus )

Hirschkäfer schwärmen an lauen Sommerabenden im Juni / Juli,
treffen sich an alten Eichen mit Saftmalen ( Geruch ), um pilzhaltigen Eichensaft aufzulecken ( wodurch die Reifung der Geschlechtszellen erst möglich wird )

Paarung an den Saftmalen, wobei es dort auch gelegentlich zu Kämpfen zwischen den Männchen um die Weibchen kommt

Nach erfolgter Paarung legen die Weibchen ca. 10-20 Eier an morschen, verpilzten Eichenstubben ab ( 50 cm unter der Bodenoberfläche ). Saftaufnahme, Paarung und Eiablage kann sich noch 1-2 mal wiederholen

Nach 4-8 Wochen Schwärm- u. Paarungszeit sterben die erwachsenen Käfer

Währenddessen entwickeln sich aus den Eiern Larven, die sich vom morschen Eichenstubbenholz ernähren und im Laufe von 5-8 Jahren zu 10 cm langen, weißen Larven heranwachsen ( Weibchen 4 cm ) > ähnelt Maikäfer-Engerling

Am Ende der Larvenzeit verpuppen sich die Larven in einer bis faustgroßen Puppenwiege, um im kommenden Sommer als fertige Käfer an die Erdoberfläche zu kommen und ihrerseits mit dem Schwärmen zu beginnen

Der Hirschkäfer als PDF-Datei

hirschkaefer.pdf [10 KB]








Die Hirschkäferwiege

Hirschkäferwiege vom NABU Groß-Zimmern

Die Hirschkäferwiege
In Eichenwäldern ab 120 Jahren mit bekannten Hirschkäfervorkommen
An besonnten Plätzen ohne Staunässe oder Überschwemmungen

Naturschutzhelfer:
8-10 Erwachsene mit ähnlicher Anzahl von Kindern im Alter 6 -14 Jahre
zusätzlich möglichst private oder gewerbliche Sponsoren suchen

Werkzeug:
1 Bagger für ca. 1 Stunde > 100 €
2-4 Schubkarren
2-4 Kinderschubkarren
2-4 Baueimer 10 – 15 Liter
2-4 Flachschaufeln
2-4 Spaten
1-2 Rechen
1 Kartoffelharke
entsprechende Anzahl Arbeitshandschuhe, auch für Kinder

Material:
4 Schüttraummeter ungesiebte Eichenhackschnitzel > 250 €
1 Raummeter Eichenrundhölzer 1m lang, 30 cm Durchmesser > 25 €
2 Raummeter Eichenspalthölzer grob gespalten, 1m lang > 50 €

Vorgehen:
Ausgraben einer Grube von
2 m Breite
4 m Länge
0,85 m Tiefe
eine Seite abschrägen, damit Grube betreten und verlassen werden kann
Die Eichenrund- und Spalthölzer werden senkrecht in der Grube aufgestellt, sodass sie 15 cm aus der Grube überstehen. Die Zwischenräume und das Restvolumen der Grube wird mit den Hackschnitzeln verfüllt

Die Kinder können sehr gut Erde u. Hackschnitzel mit Kinderschubkarren oder mit Baueimern und einem Ast durch den Tragehenkel (2 Kids) transportieren

Bauzeit: ca. 3-4 Stunden

Nach erfolgter Arbeit gibt´s ein gemeinsames Mittagessen im Wald!

Die Hirschkäferwiege als PDF-Datei

hirschkaeferwiege.pdf [10 KB]




zurück zum Themenverzeichnis


nach oben