Veranstaltungen 2012



Im Jahr 2012 werden vom Referat Naturschutz folgende Veranstaltungen und Exkursionen angeboten:



       
Datum / Uhrzeit: Treffpunkt: Veranstaltung: Leitung / Führung:
       
04. Februar 2012 um 14:00 Uhr Mossautal - Güttersbach, Gasthaus "Zum Goldenen Löwen", Hüttenthaler Straße 49, 64756 Mossautal-Güttersbach Sitzung des Arbeitskreises Naturschutz Manfred Hechler
       
21. April 2012 um 10:00 Uhr Eppertshausen - Haus der Vereine Naturschutzwartetreffen 2012 - Thema: Energiewende Manfred Hechler
       











Auszug aus der Zeitschrift für Vogel- und Naturschutz in Südhessen COLLURIO Nr. 28 (2010): S.110 – S.114

Manfred Hechler

Der Wanderverband Odenwaldklub e.V.
Wandern, Naturschutz und Kultur

1882
wurde der Odenwaldklub als .Touristenverein" gegründet. Mit den Zielen, die Erholung der Bevölkerung zu fördern und die natürliche Landschaft zu schützen. Von Anfang an war der Naturschutzgedanke verbreitet.

1952 wurde die "Arbeitsgemeinschaft Heimat-, Wander- und Naturschutzbund" gegründet.

1955 tritt der Odenwaldklub der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bei.

1960 wurde die Schaffung des Naturparks Odenwald beschlossen. Schon im
Vorfeld wurde der Odenwaldklub bei den Maßnahmen und Beschlüssen des Verbandes beteiligt. Die Betreuung der Rundwanderwege von 160 Wanderparkplätzen aus wurde übernommen. Hier kommt die Bedeutung der Wegebezeichnung
als eine praktische Maßnahme im Sinne des Naturschutzes und der Landschaftspflege zum Ausdruck.

1970 wurde zum Europäischen Naturschutzjahr erklärt, was zu einer weiteren Vertiefung des Naturschutzgedankens führte. Einige Ortsgruppen spezialisierten ihre Aktivitäten. Nachteilig wirkten sich hier die fehlenden Rechtsgrundlagen aus.

1976 wurden Vorgaben geschaffen. Das Bundesgesetz für Naturschutz brachte eine einheitliche Grundlage. Für den Naturschutz eintreten und naturschützende Tätigkeiten ausüben kann jeder interessierte Bürger. Aber ein anerkannter Naturschutzverband ist seitdem nur der, dem nach Erfüllung der im § 29 dieses Gesetzes festgelegten Voraussetzungen die Anerkennung als Naturschutzverband durch die dafür zuständige Landesregierung ausgesprochen wird.

1980 schlossen sich vorhandene Arbeitsgemeinschaften der Gebietswandervereine zusammen und schufen damit die rechtliche Voraussetzung zur Anerkennung.

1981 wurde der "Landesverband Hessen e.V. der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine" als ,,29er"-Verband anerkannt.

1983 wurde Staatsminister KARL SCHNEIDER vom Odenwaldklub zum neuen Vorsitzenden gewählt. Mit der Anerkennung als Naturschutzverband kam auf die Wanderverbände und damit auch auf den Odenwaldklub eine neue, bisher nicht bekannte Aufgabenstellung zu.

1983 übernimmt FRIEDHELM MÜNNIG das Amt des Fachreferenten für Natur- und
Umweltschutz.

Seite 111

1984 beschließt der Odenwaldklub: "Der Naturschutz wird neben dem Wandern als gleichrangige Aufgabe satzungsgemäß verankert", gleichzeitig wird das Amt des Naturschutzwartes eingeführt.

1992 haben 108 von 128 Ortsgruppen einen Naturschutzwart.

Die Naturschutzarbeit auf der Verbandsebene gestaltet sich aufgrund der jeweils als Grundlage dienenden Ländergesetzgebung unterschiedlich. In Baden- Württemberg ist der Odenwaldklub durch seine Mitgliedschaft im Landesnaturschutzverband (LNV) von einer direkten Beteiligung und Arbeits- belastung entbunden. In Hessen und Bayern sind die Landesverbände der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine direkt als Naturschutzverbände anerkannt.

Der Odenwaldklub nimmt in Hessen in fünf Landkreisen (Offenbach, Darmstadt- Dieburg, Groß-Gerau, Odenwaldkreis und Bergstraße) sowie in den Städten Offenbach, Rüsselsheim und Darmstadt die Aufgaben des Landesverbandes wahr. Bei den Unteren Naturschutzbehörden dieser Landkreise und kreisfreien Städten sind Vertreter des Odenwaldklubs über den Landesverband Hessen e.V. in die Naturschutzbeiräte berufen, jeweils ein Vertreter und ein Stellvertreter. Die Beiräte tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, deshalb werden die Ergebnisse auch nur von den Behörden veröffentlicht.

Art und Umfang der Verfahren sind vielschichtig. Dabei handelt es sich vorrangig um Bauleitverfahren, Flurbereinigungsverfahren, Straßenbauten, wasserrechtliche und vor allem naturschutzrechtliche Verfahren. Arbeitsgemeinschaften der Verbände sind vorteilhaft beim Erledigen der vielfaltigen Aufgaben. Der Vorteil der Zusammenarbeit von Umweltschutzgruppen und Naturschutzgruppen hat sich mit den Jahren ergeben. Die gegenseitige Akzeptanz wurde durch gemeinsame Aktivitäten gestärkt. Tendenziell konservative Naturschützer und politisch denkende Umweltschützer finden bei der Nachhaltigkeitsdiskussion gemeinsame Lösungsansätze.

2001 übernimmt MANFRED HECHLER das Amt des Fachreferenten für Naturschutz beim Odenwaldklub.

Beim ersten Treffen der Naturschutzwarte in Eppertshausen wurde festgelegt, dass in Zukunft die Aufgaben neu verteilt werden. Es wurden zwei Arbeitskreise gegründet. Einer ist zuständig für den gesetzlichen Naturschutz, die Verbandsarbeit, ein weiterer Arbeitskreis für den praktischen Naturschutz.

Acht Sachbearbeiter aus dem hessischen Bereich sind für die Verbandsarbeit zuständig, sie bilden einen Arbeitskreis, der sich zweimal im Jahr zu einem Erfahrungsaustausch trifft. Der Arbeitsaufwand zur Erledigung von ca. 400 Vorgängen in der Bauleitplanung liegt für unsere Mitarbeiter bei ca. 1200 Stunden im Jahr.

Seite 112

Die Vertreter des Odenwaldklubs bearbeiten in Hessen das Gebiet südlich der Mainlinie. In den Landkreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg sind jeweils zwei Sachbearbeiter tätig, in den Landkreisen Groß-Gerau, Bergstraße und im Odenwaldkreis jeweils ein Vertreter. In verschiedenen Gebieten sind Arbeitskreise mit anderen Naturschutzverbänden tätig, was effektivere Ortskenntnisse und vielseitige Erfahrung beinhaltet.

Bei "Großprojektbeteiligungen" wird der Landesverband eingeschaltet.

Die praktische Naturschutzarbeit der Ortsgruppen wird vom Arbeitskreis Naturschutz betreut. Elf Wanderfreunde aus dem ganzen Klubgebiet sind hier aktiv . Zweimal im Jahr treffen sich die Vertreter der 10 Bezirke des Odenwaldklubs, um Projekte und Ziele zu beschließen. Das Projekt des Jahres 2011 ist der Bau von „Trockenmauern, Lesesteinhaufen und Kräuterspiralen". Das Projekt des Jahres 2007 war der Bau von "Nisthilfen für Wildbienen". Über 20 Ortsgruppen haben dabei Wildbienenwände gebaut.

Einmal im Jahr treffen sich die Ortsgruppennaturschutzwarte in Eppertshausen. 50 bis 70 Teilnehmer kommen dann zum Erfahrungsaustausch. Dabei wird jedes Jahr ein neues Schwerpunktthema gewählt. Dazu finden dann im Laufe des Jahres zwei
oder drei Exkursionen in unserem Klubgebiet statt. Die Themen bisher:
2003 „Patenschaften in der Landschaftspflege"
2004 „Landschaftsplan", Fachplan für den Naturschutz
2005 „Landschaftspflege mit Tieren"
2006 „Landschaftsnutzung", Landschaftsbild
2007 „Streuobstbau", Lebensraum Obstwiese
2008 „Hecken in der Landschaft", Pflegemaßnahmen
2009 „Unser Wasser", Oberflächengewässer, Trinkwasser
2010 „Unser Wald", Waldfunktionen, Biologische Vielfalt
2011 „Wetter und Klima", Wetterphänomene, Klimawandel
Zu den einzelnen Themen wurden Dokumentationen erstellt. Bei Ausstellungen werden diese gezeigt.

Jährlich werden unsere Ortsgruppen abgefragt, welche Tätigkeiten mit welchem Umfang und Aufwand sie im Programm haben. Jede zweite Ortsgruppe liefert einen Naturschutzbericht ab. 350 Personen sind im Naturschutz aktiv, 50 davon sind Kinder und Jugendliche. In 10 Ortsgruppen sind mehr als 10 Personen als Helfer gemeldet. Der Zeitaufwand für Pflegemaßnahmen beträgt ca. 8000 Stunden im Jahr. Beim Artenschutz sind die Ortsgruppen vielfaltig spezialisiert. Vom Amphibienschutz bis zur Erhaltung der Orchideenwiesen, vom Waldameisenschutz bis zum Bau und Aufhängen von Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse reicht das Aufgabengebiet.

Seite 113

Die Unterhaltung und Markierung der Wanderwege, sowie die Pflege der Vereinsanlagen dienen der Landschaftspflege und somit dem Naturschutz. Die Sensibilisierung der Wanderfreunde, sei es bei Wanderungen oder bei den Treffen zur Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen, sind Qualitätsmerkmale für gute Vereinsarbeit. Manche Ortsgruppen haben sogar ein eigenes Jahresprogramm im Naturschutz. Der Naturschutz bietet den Ortsgruppen eine Bereicherung ihrer Vereinsarbeit an, es gilt, diese Chance zu nutzen.
Der Odenwaldklub sowie 12 weitere Gebirgswandervereine bilden den “Landesverband Hessen e. V." des "Deutschen Wanderverbandes". In mehreren Fachbereichen des Verbandes ist der Odenwaldklub vertreten. Hauptaufgabe wird
es sein, in Zukunft noch mehr Mitglieder für die Arbeit im Naturschutz zu gewinnen. In verschiedenen Bereichen ist ein Generationswechsel zu vollziehen, um die Aufbauarbeit der letzten 25 Jahre für folgende Generationen zu sichern und
weiterzuentwickeln.

Als Dachverband der Wandervereine gibt es den "Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine e.V." (kurz: Deutscher Wanderverband) Hier ist WERNER MOHR vom Odenwaldklub stellvertretender Vorsitzender und HELMUT SEITEL Fachwart für den Naturschutz.

Im Internet sind wir auf der Homepage des Odenwaldklubs Eppertshausen: www.owk-eppertshausen.de Hier sind wir im Menü unter "Referat Naturschutz" dargestellt. Außerdem gibt es weitere Informationen, wie die Ortsgruppenarbeit
interessant gestaltet werden kann.

Sagte doch unser früherer Vorsitzender NORBERT HOFMANN: "Gehen wir mit der
Zeit, sonst gehen wir mit der Zeit"

Seite 114


Hier noch einmal der Text als PDF - Datei

der-wanderverband-odenwaldklub-e-v-collurio-nr.pdf [145 KB]








Naturschutzbericht 2010

Naturschutzbericht 2010 des Odenwaldklub e.V

Die Verbandsarbeit und der praktische Naturschutz bestimmen die Aufgaben und Ziele des Referates Naturschutz beim Odenwaldklub. Dabei sind verschiedene Personen tätig. Die einen, unsere Sachbearbeiter, bearbeiten die gesetzlich vorgegebenen Aufgaben des Naturschutzes. Die praktischen Naturschutzarbeiten werden von den Ortsgruppen wahrgenommen und vom Arbeitskreis Naturschutz unterstützt. Der praktische Naturschutz, bei uns als Wanderverein beginnt bei der Gestaltung des Wanderplanes mit Themenwanderungen, die zum besseren Verständnis von Umweltfragen beitragen, über die Wegemarkierung als Leitsystem der Erholungsuchenden in der Landschaft, bis zu Tätigkeiten in der Landschaftspflege und zu Schutzmaßnahmen bei der Erhaltung der Artenvielfalt.

Betrachten wir zuerst die Verbandsarbeit, die uns das Mitwirken im Naturschutz erlaubt. Das Gesetz sieht vor, Vereine anzuhören, deren Satzung die Zielsetzung hat, Naturschutz zu fördern. Die Bundesländer haben dabei verschiedene Regelungen.
In Hessen ist der OWK als Mitglied des LV-Hessen des Wanderverbandes als Naturschutzverband anerkannt, weil wir landesweit tätig sind.
Der Odenwaldklub bearbeitet in Hessen das Gebiet südlich der Mainlinie mit 8 Personen. 446 Vorgänge der Bauleitplanung wurden uns vorgelegt mit der Möglichkeit dazu Stellung zu nehmen. Hierfür wurde ein Zeitaufwand von 1201 Stunden zur Erledigung ermittelt. Eine wichtige Aufgabe zum Bearbeiten unserer Stellungnahmen ist die Mitarbeit in Arbeitskreisen und dem Erfahrungsaustausch mit anderen Naturschutzverbänden.

In Baden Württemberg sind die gesetzlichen Vorgaben anders. Neben den großen Naturschutzverbänden NABU und BUND werden die Naturschutzinteressen vom Landesnaturschutzverband LNV vertreten. 34 anerkannte kleinere Naturschutzverbände sind im LNV zusammengeschlossen, einschliesslich OWK. Neben vier hauptamtlichen Mitarbeitern stehen hier 12 Referenten in 12 Fachbereichen des Natur- und Umweltschutzes bereit, um in Arbeitskreisen der einzelnen Regierungsbezirke die anstehenden Stellungnahmen zu bearbeiten.
In Bayern ist der OWK für zwei Landkreise zuständig. Die Mitarbeit des OWK beim LV-Bayern findet statt. Beim LV-Bayern sind mit dem Röhnklub und dem Spessartbund noch zwei weitere Hessische Wandervereine tätig.
In allen Naturschutzbeiräten der Landkreise und kreisfreien Städten in Südhessen sind Vertreter des Odenwaldklubs berufen. Die Beiräte tagen unter Ausschluß der Öffentlichkeit, deshalb werden die Ergebnisse auch nur von den Behörden veröffentlicht.

Die praktische Naturschutzarbeit der Ortsgruppen wird vom Arbeitskreis Naturschutz betreut. 11 Wanderfreunde aus dem ganzen Klubgebiet sind hier aktiv. Zweimal hat der Arbeitskreis im Jahr 2010 getagt. Den praktischen Naturschutz als Vereinszweck zu fördern ist seine Aufgabe.
Bei der jährlich stattfindenden Fachtagung erfolgt die Weiterbildung der Sachbearbeiter gemeinsam mit den Naturschutzbeiräten und den Naturschutzwarten der Ortsgruppen.
Im Jahr 2010 war „Wald“ unser Thema. Helmut Seitel, Fachwart Naturschutz beim Deutschen Wanderverband, stellte Zahlen und Fakten zum Wald in Südhessen vor. Forstwirtschaft aus ökonomischer und ökologischer Sicht zeigen das Spannungsfeld der Interessen. Es wurde aufgezeigt, dass die Zertifizierung des Waldes dazu beiträgt, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften. Ein Beitrag um den Klimawandel zu mildern.
Mit einem Vortrag des Biologen Dirk Diehl zum Thema, „Lebensraum in Fugen und Ritzen“ starteten wir das Projekt 2010 des Odenwaldklubs. Empfohlen wurde vorhandene Trockenmauern zu erhalten, sowie die Neuanlage und Pflege von Trockenmauern, Kräuterspiralen und Lesesteinhaufen durchzuführen. Nachmittags ging eine Exkursion mit den Revierförstern Peter Sturm und Lothar Seipp zum Thema „Naturschutz im Wald“ in den Gemeindewald von Eppertshausen. Schon drei Wochen vorher fand eine erste Exkursion statt. Im Gemeindewald Fürth bereiteten wir uns mit Jens Uwe Eder auf unser Jahresthema vor. Im Herbst konnten wir uns in Groß Umstadt, in den Weinbergen und im Wald, die Umsetzung unserer Projekte ansehen. Willi Schäfer zeigte über 50 Teilnehmern alle Aktivitäten der Ortsgruppe Groß Umstadt.
Bei einer Ausstellung auf der Rosenhöhe in Darmstadt wurden ca. 200 Bilder zum Thema Naturschutz gezeigt.

Mit dem Fragebogen zur Jahresstatistik werden die Aktivitäten und der Aufwand der Ortsgruppen im Naturschutz abgefragt. 46 Rückmeldungen geben einen Überblick welche Tätigkeiten durchgeführt wurden. In diesen Ortsgruppen sind 246 Wanderfreunde im Naturschutz aktiv, 39 davon sind Kinder und Jugendliche. In 10 Ortsgruppen sind mehr als 10 Personen als Helfer gemeldet. Als Zeitaufwand für Pflegemaßnahmen wurden 7.378 Stunden gemeldet. Der finanzielle Aufwand der Ortsgruppen liegt bei 19.422,- €. Werden die Pflegemaßnahmen mit 10,- € pro Stunde gerechnet, kommen wir auf 93.202,- € an Leistungen für den Landschaftsschutz.
Vielen Dank an alle die dazu beigetragen haben! Der Naturschutz bietet den Ortsgruppen eine Bereicherung ihrer Vereinsarbeit an, es gilt diese Chance zu nutzen.
Bei Infoveranstaltungen wurden die Teilnehmer aus 26 Ortsgruppen für den Natur- und Umweltschutz sensibilisiert. Manche Ortsgruppen haben sogar mit mehreren Veranstaltungen ein eigenes Jahresprogramm.
Im Frühjahr 2010 hat die Hessische Landesnaturschutzwartin ihren Wohnsitz aus Hessen nach Bayern verlegt. Damit wurde das Amt varkant. Bei der Suche das Amt neu zu besetzen, wurde der Odenwaldklub mit seiner guten Naturschutzarbeit gebeten mitzuarbeiten. Der Vorschlag die Abeit auf mehrere Personen zu verteilen soll umgesetzt werden. Im März 2011 stehen bei der Mitgliederversammlung des LV-Hessen
Neuwahlen an. Dann wird das neue Konzept den Gebietsvereinen vorgestellt. Mit Stefan Rickert und Manfred Hechler haben zwei OWK Leute ihre Mitarbeit erklärt.

Manfred Hechler
Hauptnaturschutzwart


Hier noch einmal der Naturschutzbericht als PDF-Datei

naturschutzbericht-2010.pdf [145 KB]














Manfred Hechler begrüßt die Teilnehmer der Exkursion. Hinten, rechts mit Hut, der Exkursionsleiter Förster Willi Schäfer



Jahresthema 2010 - Trockenmauern und Steinhaufen

Naturkundliche Exkursion in Groß-Umstadt / Jasmin Frank

Jedes Jahr widmet das Fachreferat „Naturschutz“ des Odenwaldklubs einem bestimmten Thema und in 2010 war das der Bereich Trockenmauern und Lesesteinhaufen. „Diese Lebensräume sind kleine Biotope und auch echte Naturheizungen“, schmunzelt Förster Willi Schäfer, der zum Jahresabschluss gemeinsam mit Manfred Hechler eine naturkundliche Exkursion durch die Groß-Umstädter Weinberge und Wiesen anbot. „Hier vor Ort treffen zwei Kulturlandschaften aufeinander, der Odenwald und das Rhein-Main-Gebiet. Deshalb ist diese Gegend hier so reich an verschiedenen Landschaftsformen“, so Schäfer. An vier Stationen verweilt die acht Kilometer lange Tour, damit die zahlreich eingetroffenen Wanderer einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Naturschutzgruppe bekommen können. Unter die etwa 50 Teilnehmer hatten sich auch Ehrenmitglied Werner Kramer aus Mosbach am Neckar, Stefan Rickert von der Forstverwaltung Hessen Forst und zahlreiche Naturschutzwarte und Naturschutzsachbearbeiter des Odenwaldklubs gemischt. „Ich bin sehr an Themen rund um die Natur interessiert und laufe vor allem deswegen hier mit. Ich finde es wirklich sehr gut, was der Odenwaldklub hier leistet und weil ich ohnehin gerne spazieren gehe, habe ich mich dieser Wanderung angeschlossen“, so Lilly Blümner. Sie ist nicht die einzige, die als Nichtmitglied gerade wegen der Arbeit der engagierten Naturschützer auf die Idee gekommen ist, mitzuwandern. „Ich bin eigens aus Groß-Zimmern hierher gekommen. An sich interessiere ich mich sehr für Streuobstwiesen und pflege auch selbst welche. Aber weil ich diesen Lebensraum erweitern möchte, will ich auf den Wiesen solche Mauern und Steinhaufen errichten, damit sich noch mehr Tiere und Pflanzen ansiedeln können“, erzählt Erich Koch. Er hat das Ziel der Projekte beim Namen genannt: Lebensräume schaffen und erhalten. „Gerade weil sich die Mauern so gut erwärmen und auch über Nacht die höheren Temperaturen halten können, sind sie für viele Reptilien und Vögel von enormer Bedeutung. Wir sorgen dafür, dass das Gelände über den Mauern nicht verbuscht, denn die entstehenden Wurzeln würden die Mauern zerstören“, so Förster Willi Schäfer. Genauso ist es im Biotop, das von der Groß-Umstädter Gruppe in den achtziger Jahren geschaffen wurde: Mehrere Teiche wurden angelegt, die sich auf einer Wiese ein Stelldichein geben. Innerhalb von nur zehn Jahren würde aus der Freifläche ein Wald, würde sie nicht regelmäßig gemulcht und von größeren Büschen befreit. Darüber hinaus müssen auch die Teiche selbst entschlammt werden, damit die dort lebenden Arten genug Sauerstoff erhalten. Bei so vielen Informationen durfte eine kleine Stärkung nicht fehlen, die von der Wandergruppe am Naturtreff am Rödelhäuschen eingenommen wurde. Der Treff wurde von der Stadt Groß-Umstadt eingerichtet, damit vor allem Kinder die Natur ihrer Heimat besser kennen lernen. Gelagert zwischen Wald, Feldern, Weinbergen und Obstwiesen ist der Ort ein weiterer Hinweis für die Vielfalt der heimischen Natur. Diese rückt mit all ihren Facetten immer mehr in den Blickpunkt unserer Gesellschaft und vor allem die klimatischen Veränderungen werden derzeit fokussiert. Deshalb zollt das Thema des kommenden Jahres der aktuellen Diskussion Tribut: Wetter und Klima werden von den Naturschützern des Odenwaldklubs unter die Lupe genommen. Eine Exkursion in den Offenbacher Wetterpark darf dabei natürlich nicht fehlen.




Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.








Naturschutzbericht 2009
des Odenwaldklub e.V.


Die Verbandsarbeit als anerkannter Naturschutzverband und die praktischen Naturschutzarbeiten bestimmen die Aufgaben und Ziele des Referates Naturschutz beim Odenwaldklub. Dabei sind zum großen Teil verschiedene Personen aktiv. Die einen bearbeiten schwerpunktmäßig die gesetzlich vorgegebenen Aufgaben des Naturschutzes. Die praktische Naturschutzarbeiten werden von den Ortsgruppen wahrgenommen. Als Wanderverein beginnend bei der Gestaltung des Wanderplanes mit Themenwanderungen zum besseren Verständnis von Umweltfragen. Über die Wegemarkierung als Leitsystem der Erholungsuchenden in der Landschaft, bis zu Tätigkeiten in der Landschaftspflege und zu Schutzmaßnahmen bei der Erhaltung der Artenvielfalt, dies alles ist Naturschutzarbeit.
Betrachten wir zuerst die Verbandsarbeit, die uns das Mitwirken beim Naturschutz erlaubt. Das Gesetz sieht vor, Vereine anzuhören, deren Satzung die Zielsetzung hat, Naturschutz zu fördern.
Wir nehmen als anerkannter Naturschutzverband die Aufgaben für den Landesverband Hessen, der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine „DGWV“ wahr. Der Odenwaldklub bearbeitet in Hessen das Gebiet südlich der Mainlinie mit 8 Sachbearbeitern. 445 Vorgänge der Bauleitplanung wurden uns vorgelegt, mit der Möglichkeit dazu Stellung zu nehmen. Hierfür wurde ein Zeitaufwand von 1294 Stunden zur Erledigung ermittelt. Eine wichtige Aufgabe zum Bearbeiten unserer Stellungnahmen ist, die Mitwirkung in Arbeitskreisen mit dem Erfahrungsaustausch mit anderen Naturschutzverbänden.
In Baden Württemberg sind die gesetzlichen Vorgaben anders. Neben den großen Naturschutzverbänden NABU und BUND werden die Naturschutzinteressen vom Landesnaturschutzverband LNV vertreten. 34 anerkannte kleinere Naturschutzverbände sind im LNV zusammengeschlossen. Neben vier hauptamtlichen Mitarbeitern stehen hier 12 Referenten in 12 Fachbereichen des Natur- und Umweltschutzes bereit, um mit Arbeitskreisen der einzelnen Regierungsbezirke, die anstehenden Stellungnahmen zu erarbeiten.
In allen Naturschutzbeiräten der Landkreise und kreisfreien Städte sind Vertreter des Odenwaldklubs berufen. Die Beiräte tagen unter Ausschluß der Öffentlichkeit, deshalb werden die Ergebnisse auch nur von den Behörden veröffentlicht.

Bei jährlich stattfindenden Fachtagungen erfolgt die Weiterbildung der Sachbearbeiter gemeinsam mit den Naturschutzbeiräten und den Naturschutzwarten der Ortsgruppen.
Im Jahr 2009 war „Wasser“ unser Thema.
Bei der Fachtagung in Eppertshausen nahmen 60 Wanderfreunde teil.
Ralf Picolin vom Gruppenwasserwerk Hergershausen berichtete in seinem Vortrag vom Weg des Grundwassers vom Brunnen bis zum Wasserhahn. Außerdem betrachteten wir uns die Geologie des Trinkwassergewinnungsgebietes aus dem ca. 120.000 Menschen ihr Trinkwasser beziehen.
Dr. Hans Georg Fritz zeigte Renaturierungsmaßnahmen der Region. Es wurden Fragen zum naturnahen Bachausbau erklärt. Ebenso das Problem mit Querbauwerken, die den Durchgang von Fischen verhindern. Beim Hochwasserschutz sind Maßnahmen, die das Abflußverhalten verringern, durchzuführen. Nach der Mittagspause ging eine Exkursion zum naturnah ausgebauten Langwiesenbach von Eppertshausen.

Die praktische Naturschutzarbeit der Ortsgruppen wird vom Arbeitskreis Naturschutz betreut. 11 Wanderfreunde aus dem ganzen Klubgebiet sind hier aktiv. Zweimal hat der Arbeitskreis im Jahr 2009 getagt. Den praktischen Naturschutz als Vereinszweck zu fördern ist seine Aufgabe.
Drei Exkursionen dienten der Weiterbildung unserer Mitglieder.
Wie schon angesprochen, fand die erste Exkursion beim Treffen der Naturschutzwarte statt. Bei der zweiten und dritten Exkursion besuchten wir praktische Beispiele von Wasserbaumaßnahmen im Bereich Reichelsheim und Fürth. Den Oberlauf der Gersprenz erklärten uns Ralf Klein von der Unteren Naturschutzbehörde des Odenwaldkreises. Zum weiteren fachlichen Austausch begleitete uns Karin Klieber vom Abwasserverband Obere Gersprenz. Den Zustand der oberen Weschnitz betrachteten wir bei unserer Exkursion im November. Der Geschäftsführer des Gewässerverbandes Bergstraße, Ulrich Androsch, erklärte uns die Probleme des Gewässers auf dem Teilstück der Weschnitz vom Fürther Ortsteil Weschnitz bis ins Zentrum von Fürth.

Bei einer Ausstellung im Zelt des Landkreises Offenbach, im Rahmen der Großveranstaltung “Stadt und Land - Hand in Hand” wurde die Naturschutzarbeit ausführlich dargestellt. Auf drei selbstgebauten Ständern und mehreren Infotafeln zeigten Wanderfreunde der Ortsgruppe Sprendlingen ca. 200 Bilder zum Thema Naturschutz.
Die Wegemarkierung, als Leitsystem für Wanderer, ist als eine Naturschutzmaßnahme anzusehen.
Bei Infoveranstaltungen wurden die Teilnehmer aus 35 Ortsgruppen für den Natur- und Umweltschutz sensibilisiert. Manche Ortsgruppen haben mit mehreren Verantaltungen ein eigenes Jahresprogramm.

Mit dem Fragebogen zur Jahresstatistik werden die Aktivitäten und der Aufwand der Ortsgruppen im Naturschutz abgefragt. 63 Rückmeldungen geben einen Überblick welche Tätigkeiten durchgeführt wurden. In diesen Ortsgruppen sind 320 Wanderfreunde im Naturschutz aktiv, 60 davon sind Kinder und Jugendliche. In 15 Ortsgruppen sind mehr als 10 Personen als Helfer gemeldet. Als Zeitaufwand für Pflegemaßnahmen wurden 10.336 Stunden gemeldet. Der finanzielle Aufwand der Ortsgruppen liegt bei 33.251,- €. Werden die Pflegemaßnahmen mit 10,- € pro Stunde gerechnet, kommen wir auf 136.611,- € an Leistungen für den Landschaftsschutz. Ich möchte an dieser Stelle keinen Ortsverein hervorheben, weil auch bei vielen kleinen Ortsgruppen gute Arbeit geleistet wird. Der Naturschutz bietet den Ortsgruppen die Bereicherung seiner Vereinsarbeit an, es gilt diese Chancen zu nutzen.

Manfred Hechler
Hauptnaturschutzwart








nach oben