Sitzungen und Exkursionen

       
Datum / Uhrzeit: Treffpunkt: Veranstaltung: Leitung / Führung:
       
13. Mai 2017 Eppertshausen Haus der Vereine Naturschutzwartetreffen Manfred Hechler
       








Projektanregungen für die Ortsgruppen




Männlicher Hirschkäfer - Charles Rosenbichler / pixelio.de




Der Hirschkäfer


Insekt des Jahres 2012: Der Hirschkäfer

Jeder kennt ihn, kaum einer hat ihn je gesehen > steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten ( stark gefährdet ) > Lebensraumentzug, Zunahme der Schwarzwildbestände >der Art muss aktiv geholfen werden !

Männchen bis 9 cm groß, mit 3 cm langem „Geweih“ ( umgewandelter Oberkiefer )
Weibchen 4 bis 6 cm groß, ohne „Geweih“ ( Geschlechtsdimorphismus )

Hirschkäfer schwärmen an lauen Sommerabenden im Juni / Juli,
treffen sich an alten Eichen mit Saftmalen ( Geruch ), um pilzhaltigen Eichensaft aufzulecken ( wodurch die Reifung der Geschlechtszellen erst möglich wird )

Paarung an den Saftmalen, wobei es dort auch gelegentlich zu Kämpfen zwischen den Männchen um die Weibchen kommt

Nach erfolgter Paarung legen die Weibchen ca. 10-20 Eier an morschen, verpilzten Eichenstubben ab ( 50 cm unter der Bodenoberfläche ). Saftaufnahme, Paarung und Eiablage kann sich noch 1-2 mal wiederholen

Nach 4-8 Wochen Schwärm- u. Paarungszeit sterben die erwachsenen Käfer

Währenddessen entwickeln sich aus den Eiern Larven, die sich vom morschen Eichenstubbenholz ernähren und im Laufe von 5-8 Jahren zu 10 cm langen, weißen Larven heranwachsen ( Weibchen 4 cm ) > ähnelt Maikäfer-Engerling

Am Ende der Larvenzeit verpuppen sich die Larven in einer bis faustgroßen Puppenwiege, um im kommenden Sommer als fertige Käfer an die Erdoberfläche zu kommen und ihrerseits mit dem Schwärmen zu beginnen








Die Hirschkäferwiege

Hirschkäferwiege vom NABU Groß-Zimmern


In Eichenwäldern ab 120 Jahren mit bekannten Hirschkäfervorkommen
An besonnten Plätzen ohne Staunässe oder Überschwemmungen

Naturschutzhelfer:
8-10 Erwachsene mit ähnlicher Anzahl von Kindern im Alter 6 -14 Jahre
zusätzlich möglichst private oder gewerbliche Sponsoren suchen

Werkzeug:
1 Bagger für ca. 1 Stunde > 100 €
2-4 Schubkarren
2-4 Kinderschubkarren
2-4 Baueimer 10 – 15 Liter
2-4 Flachschaufeln
2-4 Spaten
1-2 Rechen
1 Kartoffelharke
entsprechende Anzahl Arbeitshandschuhe, auch für Kinder

Material:
4 Schüttraummeter ungesiebte Eichenhackschnitzel > 250 €
1 Raummeter Eichenrundhölzer 1m lang, 30 cm Durchmesser > 25 €
2 Raummeter Eichenspalthölzer grob gespalten, 1m lang > 50 €

Vorgehen:
Ausgraben einer Grube von
2 m Breite
4 m Länge
0,85 m Tiefe
eine Seite abschrägen, damit Grube betreten und verlassen werden kann
Die Eichenrund- und Spalthölzer werden senkrecht in der Grube aufgestellt, sodass sie 15 cm aus der Grube überstehen. Die Zwischenräume und das Restvolumen der Grube wird mit den Hackschnitzeln verfüllt

Die Kinder können sehr gut Erde u. Hackschnitzel mit Kinderschubkarren oder mit Baueimern und einem Ast durch den Tragehenkel (2 Kids) transportieren

Bauzeit: ca. 3-4 Stunden

Nach erfolgter Arbeit gibt´s ein gemeinsames Mittagessen im Wald!








Bienenhotel



Seit im Jahre 1994 in Rio der Weltklimagipfel stattfand sind bisher über 60 Tausend Arten aus dem immer ärmer werdenden Artenspektrum der Tier- und Pflanzenwelt unwiederbringlich verschwunden.
Es ist das Geschehen im Versteckten, was uns so arglos macht, Unbedachtheit aber auch das Festhalten an Bequemlichkeit und Standards, die unserer Umwelt – und nicht zuletzt eigentlich uns – nicht zuträglich sind. Wir nehmen wahr, dass Rotenlisten immer größer werden und können auch feststellen, dass der auffällige Spatz immer seltener wird. Was aber ist mit den Pflanzen und Tieren, von denen der Mensch nicht so viel wahrnimmt oder die ihm nicht so wichtig sind, weil der Nutzen zu gering ist? „Wenn ich es nicht kenne, kann es auch nicht so wichtig sein und wenn es beim Saubermachen stört, dann kann es auch weg.“ Durch Unterlassung ( z.B. von allzu viel Ordnung ) und durch Schaffung kleinster Biotope können wir dem letzten Bisschen noch helfen. Das ist für Naturschützer wie sie im OWK zu finden sind, Grund genug über andere Biotope im Ort nachzudenken. Im Wald gibt es wieder genug Totholz, um nicht dort helfen zu müssen. In unseren Wohnorten fehlt es da eher: „Was nichts taugt, kommt weg. Und wenn es Nutzholz ist, wird es zu seinem Schutz angestrichen.“
Der OWK fordert von seinen Ortsgruppen für den Naturschutz im Kleinen eine überdachte Holzwand mit unterschiedlichen Materialien, die wärmespeichernde Wirkung haben.
Solitärbienen sind unscheinbar, nicht auffällig groß, einzeln lebend und stechen nicht mal. Diese Unauffälligkeit bringt sie an den Rand der Bedeutungslosigkeit. Zur Entwicklung ihrer Brut ( d.h. Eier aus denen sich Larven und später fertige Insekten ( Imagos ) bilden ) benötigen sie sehr viel Wärme und die richtige Trockenheit. Es muss so trocken sein, dass kein Schimmelpilz durch Atmung entsteht, darf aber nicht so trocken sein, dass das zu schützende Tier austrocknet. Diese Kriterien erfüllen Naturstoffe wie Holz oder Erde also Lehm oder Ton mit Stroh. Hierbei geht die Natur - in diesem Fall die Solitärbiene – sehr großzügig mit Platz aber sparsam mit Energie um. Die Gänge, die natürlicherweise durch Trocknung oder Käferfraß entstehen oder vom Mensch durch Bohrung angeboten werden, sind nur brauchbar, wenn genug Mauer um die Bohrung stehen bleibt. Anders als die Honigbiene ist sie viel mehr auf Sonnenenergie angewiesen, weil sie wie der Name schon sagt solitär lebt und keine Wärme durch Körpertemperatur zugeben kann. Ein Massivkörper wie ein Eichenklotz gibt Wärme gleichmäßig ab, wenn die Sonne schon lange nicht mehr scheint und hat sich vorher sehr zögerlich erwärmt, als die Sonne all ihre Kraft auf den Klotz bündelte. Ähnlich ausgeglichen ist es in einer Höhle, wo es nie friert aber auch keine Hitze gibt.
Die Solitärbienen, von denen es einige Hundert Arten gibt, hat sich eine Strategie entwickelt, die ihr gewährleistet, dass die Brut vor Feinden wie Vögeln, vor Hitze, vor Regen und vor Kälte geschützt ist und gleichzeitig eine klima- und somit entwicklungsstörende Fütterung vermeiden kann. Dieses Problem umgeht sie, in dem sie bei der Eiablage schon das Futter für die Larven einlagert. Es gibt sogar Käfer, die in diesen Bohrlöchern Pilzzucht betreiben, um versteckt fressen zu können. Auf gleichem Raum würden Honigbienen die tausendfache Kopfzahl durchbringen. Dies ist sicher Platz sparend aber energieaufwändig, weil diese vielen Bienen die Temperatur für die Entwicklung ihrer Brut ( 40O C ) mit Körperwärme herstellen müssen. Hier gilt es nun den Schimmel zu bekämpfen, den die vielen Atmer produzieren und die vielen Mäuler zu stopfen: ein ganz anderes Konzept.
Von der Honigbiene gibt es Bücher, die ganze Bibliotheken füllen, von Außenseitern eher nicht. Die Honigbiene ist ausschlaggebend für den Erfolg unserer Ernte, bestäubt aber auch die vielen Wildkräuter und Rotelistearten. Ihren Nutzen kennen wir schon über Achttausend Jahre. Zu vermuten ist aber, dass andere Insekten das Gleiche können, auch wenn sie weniger erscheinen. Auf der Erde leben über sechs Milliarden Menschen, die genauso viel wiegen wie alle Insekten zusammen. Vermutlich werden das aber nicht alles Honigbienen sein!
Deshalb verstehe ich dies auch als eine kleine Chance, den naturverliebten aber entwöhnten Menschen wieder zum Naturverständnis zu bringen – das aber nicht mit Tiersendungen im TV.
Es ist doch eine interessante Frage, die sich aus dem Beobachten einer solchen Naturstoffwand für den Biologieunterricht ergibt: Wie macht es die Natur, dass der Erstgeborene in dem Larvengang der Solitärbienen als letzter schlüpft, um seine Geschwister in ihrer Entwicklung nicht zu stören?
Es zeigt aber auch vor unserer Tür auf, wo und wie überall leben stattfindet. Das würde Türen öffnen für unser Biotop Garten, was ohne unsere Steuerung viel besser funktioniert als wenn wir unserem Ordnungsgeist huldigen.
Wussten Sie, dass die Entnahme der viermal im Jahr überall Schmutz verbreitenden Birke zur Folge hat, dass vierzig Tierarten darunter leiden müssen.
Dieser kleine Zoo aus Überresten der Natur sieht wunderschön aus, hilft der Natur, aber auch uns, wieder am Verständnis für Natur zu arbeiten.
Dass die Wand von Tieren angenommen wurde, erkennt man daran, dass die angebotene Bohrungen mit anderen (meist Holz-Erde-Speichelgemisch) Materialien verstopft wurde. Nach geraumer Zeit ist dieser Pfropf wieder aufgebohrt und verrät, dass die Jugend der Solitärbiene erwachsen geworden ist. Die neuen Bohrlocher haben einen viel kleineren Durchmesser und der Verursacher sitzt meistens noch stundenlang auf der Wand, um sich seine Flügel aushärten zu lassen. Nun kann man beobachten, dass es keine Brunft- oder Paarungszeiten gibt, sondern man vernimmt ein Kommen und Gehen solange die Wärme im Jahresverlauf ausreicht.





Bericht von Jens-Uwe Eder, Förster aus Fürth i.Odw.,

für den AK- Naturschutz








Beispiel eines Bienenhotels




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