Die verkehrsbedingten Verluste bei den Amphibien haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Nicht alle Amphibien sind durch den Straßenverkehr gleichermaßen gefährdet. Ein erhöhtes Risiko besteht nach den bisherigen Erkenntnissen für Arten mit großem Aktionsradius, ausgeprägtem Wanderverhalten und traditioneller Bindung an das Laichgewässer. Dies sind insbesondere Erdkröte, Grasfrosch, Springfrosch Bergmolch und Teichmolch.

Warum Amphibienschutz ???





Bereits eine Verkehrsbelastung von 15-20 Kfz/h kann zu einer 30-50%igen Dezimierung einer Krötenpopulation führen.

Darum !!!


Naturschutz - mach doch mit








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Amphibien Monitoring 2016

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Wissenswertes über Amphibien








Aktuelles

Amphibien Monitoring 2016

Die Anlage für das Monitoring an der K180

Amphibien Monitoring 2016 an der Kreisstraße 180

06. Februar 2016 - Nachdem erste Braunfrösche und Molche bei der warmen Witterung der letzten Tage schon mit ihrer Wanderung zum Laichgebiet "Rallenteich" starteten, haben wir wieder einen Tunneldurchgang modifiziert, die Tiere, die diesen Tunneldurchgang durchqueren, werden in einen Eimer geleitet. Der Eimer wird zweimal täglich von den Helfern kontrolliert, die Amphibien bestimmt und gezählt, dann werden die Tiere am "Rallenteich" ausgesetzt.

12. Februar 2016 - Das Frühjahr mit warmen Tempertaturen lässt auf sich warten. Bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt ist es den Amphibien noch einfach zu kalt für ihre Frühjahrswanderung zu ihrem Laichgebiet "Rallenteich". Damit keine anderen Tiere in den Eimer fallen und gefangen sind, haben wir den Sammeleimer mit einem Deckel verschlossen. So können wir uns die Kontrollgänge ersparen.

12. März 2016 - Da der Wetterbericht langsame Erwärmung mit gelegentlichen Niederschlägen vorher gesagt hat, haben wir den Sammeleimer wieder geöffnet und mit den täglichen Kontrollen erneut begonnen. Das bisherige Ergebnis betrug lediglich 6 Amphibien.

26. März 2016 - Endlich bewegen sich die Amphibien in Richtung "Rallenteich". Nachdem es an Karfreitag kräftig geregnet hat und die Temperaturen endlich steigen, fanden sich am folgenden Tag im Sammeleimer Kröten, Frösche und Molche. Wenn es noch ein wenig wärmer wird und die feuchte Witterung anhält, ist mit einer massiven Wanderung der Erdkröten zu rechnen.

14. April 2016 - Wir haben das Monitoring beendet, nachdem in der letzten Woche bei feuchtwarmer Witterung keine Amphibien mehr gewandert sind. Mit 173 eingesammelten Amphibien an diesem Tunnel haben wir ein katastrophales Ergebnis erreicht, für das wir bisher keine Erklärung haben. Vergleiche mit anderen Schutzzaundaten für dieses Jahr sind wegen fehlender Ergebnisse noch nicht möglich.








Amphibien Monitoring 2016 an der Kreisstraße 180, am 3. Tunneldurchgang von Eppertshausen vom 06.02. – 14.04.2016 - Zahlen gehen weiterhin drastisch zurück

Im Jahr 2012 wurde die Amphibienleitanlage mit sechs Tunneldurchgängen an der Kreisstraße 180 beim Naturschutzgebiet „Rallenteich“ gebaut. Die Anlage bestand ihren ersten Test im Frühjahr 2013. Kontrollen an der Leitanlage ergaben, dass die Amphibien die Leitanlage gut annahmen.
Nach dem Motto „Wir wollen doch wissen, was und wie viel noch läuft“ führten Helfer der Naturschutzgruppe in diesem Frühjahr ein zeitlich umfangreicheres Monitoring durch.
Beim Monitoring kontrollierten die Naturschützer zweimal täglich den am Tunnelausgang des 3. Tunnel (dieser liegt ungefähr in der Mitte der Leitanlage) eingegrabenen Eimer und zählten und bestimmten die darin gefangenen Amphibien. Nachtfröste bzw. Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt verzögerten den Wanderbeginn der Amphibien bis Anfang März. In elf Wochen wurden 173 Amphibien aus dem Eimer geholt und bestimmt.

Sammelort war der dritte Tunneldurchgang in Richtung Messel

Sammelzeitraum vom 06. Februar bis 14. April 2016

Die Einzelergebnisse lauten wie folgt:


Erdkröten: 95 (197)
Grasfrösche: 15
(56)
Springfrösche: 4
(12)
Teichfrösche: 20
(97)
Teichmolche: 11
(17)
Bergmolche: 28
(94)

Insgesamt: 173
(473) Amphibien

*
Klammerwerte = Vorjahresergebnis

Insgesamt wurden an diesem 3. Tunneldurchgang 173 (473) Amphibien gezählt.
Legt man die letztjährigen Gesamtergebnisse zu Grunde kommt man bei einem Multiplikationsfaktor von 3 ** auf eine geschätzte Gesamtzahl der Amphibien bei sechs existierenden Tunneldurchgängen von 519 (1419) Amphibien, wobei festgestellt werden muss, dass nur noch rund ein Drittel der Vorjahreszahlen erreicht wurde. Für dieses katastrophale Ergebnis haben wir bisher noch keine Erklärung.

** der Multiplikationsfaktor ergab sich durch einen Vergleich mit Ergebnissen aus den Vorjahren, wobei wir von einer Annäherung der Zahlen ausgegangen sind.


Allen Helfern des Monitoring an dieser Stelle herzlichen Dank für die geleistete Arbeit.













Amphibien Monitoring 2015

Erdkröten bei ihrer Wanderung zum Laichgebiet

Amphibien Monitoring 2015 an der Kreisstraße 180, am 3. Tunneldurchgang von Eppertshausen vom 01.03. – 02.05.2015

Im Jahr 2012 wurde die Amphibienleitanlage mit sechs Tunneldurchgängen an der Kreisstraße 180 beim Naturschutzgebiet „Rallenteich“ gebaut. Die Anlage bestand ihren ersten Test im Frühjahr 2013. Kontrollen an der Leitanlage ergaben, dass die Amphibien die Leitanlage gut annahmen.
Nach dem Motto „Wir wollen doch wissen, was und wie viel noch läuft“ führten Helfer der Naturschutzgruppe in diesem Frühjahr ein zeitlich umfangreicheres Monitoring durch. Am Anfang stand jedoch erst einmal wieder eine Müllaktion an.
Beim Monitoring kontrollierten die Naturschützer zweimal täglich den am Tunnelausgang des 3. Tunnel (dieser liegt ungefähr in der Mitte der Leitanlage) eingegrabenen Eimer und zählten und bestimmten die darin gefangenen Amphibien. Nachtfröste bzw. Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt und hinzu kommende Trockenheit verzögerten den Wanderbeginn der Amphibien bis Anfang März. In den folgenden elf Wochen wurden 473 Amphibien aus dem Eimer geholt und bestimmt.

Sammelort war der dritte Tunneldurchgang in Richtung Messel

Sammelzeitraum vom 01. März bis 02. Mai 2015

Die Einzelergebnisse lauten wie folgt:


Erdkröten: 197 (390)
Grasfrösche: 56
(54)
Springfrösche: 12
(3)
Teichfrösche: 97
(53)
Teichmolche: 17
(3)
Bergmolche: 94
(11)

Insgesamt: 473
(514) Amphibien

*
Klammerwerte = Vorjahresergebnis

Insgesamt wurden an diesem 3. Tunneldurchgang 473 (514) Amphibien gezählt.
Legt man die letztjährigen Gesamtergebnisse zu Grunde kommt man bei einem Multiplikationsfaktor von 3 ** auf eine geschätzte Gesamtzahl der Amphibien bei sechs existierenden Tunneldurchgängen von 1419 (1542) Amphibien, wobei festgestellt werden muss, dass rund die Hälfte der Kröten im Vergleich zu den Vorjahren fehlten. Bei den Molchen war ein fast zehnfacher Anstieg der Zahlen zu verzeichenen.

** der Multiplikationsfaktor ergab sich durch einen Vergleich mit Ergebnissen aus den Vorjahren, wobei wir von einer Annäherung der Zahlen ausgegangen sind.


Allen Helfern des Monitoring an dieser Stelle herzlichen Dank für die geleistete Arbeit.

Weitere Informationen und Fotos auf dieser Homepage unter Naturschutz/Amphibienschutz













Die Anlage für das Monitoring an der K180

Amphibienwanderung 2013 hat begonnen

Nach der Eröffnung der Kreisstraße 180 im November 2012 warteten die Helfer der Naturschutzgruppe des Odenwaldklub Eppertshausen e.V. gespannt auf die Amphibienwanderung im Frühjahr 2013, denn den Amphibien steht ab diesem Jahr die neu errichtete Leiteinrichtung mit 6 Querungen (Tunneln) zur Verfügung. In der 10. Woche (März) setzte dann bei milder, feuchter Witterung und Temperaturen über 15° Celsius die Wanderung der Amphibien ein. Um Informationen über das Wanderverhalten, bzw. die Annahme der neuen Leiteinrichtung durch die Tiere zu erhalten, hat sich die Naturschutzgruppe entschlossen jährlich an einem der Tunnel ein Monitoring durchzuführen. Der erste Tunnel der überwacht werden sollte war der 3. Durchgang, der im mittleren Bereich der Amphibienleitanlage liegt. Die dort wandernden Amphibien werden an einen Eimer geleitet, in den sie hineinfallen. Dieser Eimer wird von der Naturschutzgruppe zweimal täglich kontrolliert und dabei wird die Art der Tiere bestimmt, gezählt und am „Rallenteich“ werden die Tiere dann wieder ausgesetzt . Nach der ersten Woche hatten wir bereits einhundert Amphibien eingesammelt. Erstes Fazit - Die Leiteinrichtung mit Tunneln wird von den Tieren problemlos angenommen.








Die Anlage vor Wanderungsbeginn der Amphibien - der Sammeleimer ist noch geschlossen Rechtzeitig zum Wanderungsbeginn wird der Eimer geöffnet
Bei der ersten Kontrolle waren wir sofort erfolgreich Kröten, Frösche und Molche befanden sich im Sammeleimer
Dieses Grasfroschweibchen ist gut mit Laich gefüllt Viele Kröten wandern schon als Paar - Der Erdkrötenmann lässt sich vom Weibchen zum Laichgewässer tragen
Gleich ist das Ziel erreicht Am Ziel angekommen
Auch im Rallenteich sind noch einige Hindernisse zu überwinden.








Neue Amphibienleiteinrichtung 2012/2013








Amphibienaktion 2012




Teichmolch

Letzte Amphibienaktion der Naturschutzgruppe des Odenwaldklub-Eppertshausen?
Kröten, Frösche und Molche wieder auf dem Weg zum Laichgebiet

Der Lebensraum der Amphibien ist durch Eingriffe des Menschen stark bedroht. Allein auf unseren Straßen fallen jährlich Millionen von Amphibien dem Straßenverkehr zum Opfer. Um dem entgegen zu wirken, wenn auch im „Kleinen“, hat, sich die Amphibienaktion des OWK gegründet.
Die Naturschutzgruppe des OWK-Eppertshausen organisiert die Übersetzaktionen an der Kreisstraße 180 zwischen Eppertshausen und der Thomashütte seit 1987. Dabei wurden bisher über 60 000 Tiere übergesetzt (Kröten, Frösche Molche), was einen Durchschnitt von
ca. 2500 Tieren pro Jahr ergibt. Im Jahr 1994 errichtete die Naturschutzgruppe einen festen Holzzaun von ungefähr 600 m Länge, was den saisonalen Auf-und Abbau eines Folienzaunes überflüssig machte.
Eine vom Landkreis Darmstadt/Dieburg für das Jahr 2011 geplante Sanierung der Kreisstraße 180 ermöglichte es dem Odenwaldklub Eppertshausen über die Untere Naturschutzbehörde vorzuschlagen, den Aufbau einer Leitanlage mit Querungen (Tunnel unter der Straße) in das Sanierungsprojekt zu integrieren. Nach anfänglichen Problemen mit der Finanzierung und Art und Umfang der Straßensanierung gab es dann endlich im November 2011 grünes Licht für die Integration einer Amphibienleitanlage in das Sanierungsprojekt. Zwischenzeitlich stellte der Odenwaldklub Eppertshausen bei der Fraport AG einen Antrag auf finanzielle Beihilfe zu dem Amphibien-Projekt. Die Fraport AG bewilligte für das Projekt 30 000 Euro, welche der Odenwaldklub dem Landkreis für die Baumaßnahme zur Verfügung stellt. Die Arbeiten sollen im Sommer 2012 beginnen. Damit ist für die Zukunft gewährleistet, dass die Amphibien dauerhaft geschützt sind auf ihrer gefahrvollen Wanderung zum „Rallenteich“, wo sie in jedem Frühjahr ablaichen und für die Rückkehr im Sommer in ihren angestammten Lebensraum.
Doch in diesem Jahr müssen die Amphibien noch von Hand gesammelt und übergesetzt werden.
Nach der Reparatur von drei Windbruchschäden am Zaun und von den Meteorologen vorhergesagten Temperaturen bis zu plus 15 Grad Celsius und teilweise feuchter Witterung hatten wir uns entschlossen, mit der Amphibienaktion zu beginnen.
Seit dem 21. Februar 2012 ist der Amphibienzaun an der Kreisstraße 180 zwischen Eppertshausen und Messel wieder geschlossen und die am Zaun eingegrabenen Sammeleimer sind aufgedeckt. Die Amphibien müssen zweimal täglich gesammelt und auf die Seite des Naturschutzgebietes „Rallenteich“ übergesetzt werden.




Amphibienzaunschäden 2011/2012








bufo bufo - Die Erdkröte gehörte zu den ersten Amphibien die 2012 übergesetzt wurden




Abbildung links: Kontrolle der Eimer, Abbildung rechts: Erdkröten nach dem Übersetzen vor dem "Rallenteich"















Wochenberichte 2012

Erste Woche vom 20. 02. - 26.02.2012

Am 20. Februar wurde der Amphibienzaun von den Helfern der Naturschutzgruppe an drei verschiedenen Stellen repariert. Wieder einmal haben Herbststürme durch umgefallene Bäume den Amphibienzaun teilweise stark beschädigt, sodass einige Zaunelemente ausgetauscht werden mussten. Wegen der Wetterprognosen von den Meteorologen - Temperaturen bis 14° Celsius und stellenweise Niederschläge, wurde der Amphibienzaun geschlossen und die Sammeleimer aufgedeckt. Bis zum Sonntag wurden 5 Kröten übergesetzt.

Zweite Woche vom 27.02. - 04.03.2012

Nach anfänglich zögernder Wanderung der Amphibien setzte ab Wochenmitte bei trüber Witterung und Tagestemperaturen bis 10° Celsius ein reges Treiben der Amphibien, vorwiegend Kröten ein. Bis zum Sonntag wurden bei leicht abkühlender Witterung 215 Kröten, 15 Frösche und 16 Molche übergesetzt.

Dritte Woche vom 05.03. - 11.03.2012

Der Winter meldete sich in dieser Woche noch einmal zurück. Bei nächtlichen Temperaturen bis - 3° Celsius und Tagestemperaturen um 6° Celsius wurden 123 Amphibien übergesetzt. Zum Wochenende stiegen sowohl die Tagestemperaturen, wie auch die Nachttemperaturen wieder an. Es herrscht jedoch allgemein trockene Witterung vor. Für die kommende Woche wurde ein Hauch von Frühling von den Meteorologen vorhergesagt.

Vierte Woche vom 12.03. - 18.03.2012

Bei warmer, jedoch trockener Witterung konnten bis zur Wochenmitte ca. 170 Amphibien übergesetzt werden. Dann gingen die Zahlen für zwei Tage gegen Null, da Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt herrschten. In der zweiten Wochenhälfte stiegen die Temperaturen dann wieder an und bis zum Wochenende - am Sonntag gab es einige Regenschauern, wurden noch einmal 368 Amphibien übergesetzt. Auffällig ist, dass in dieser Saison die Teichfrösche noch nicht einmal zehn Prozent des Vorjahresergebnisses erreicht haben. Bei den Kröten werden wir aber ganz sicher das Vorjahresergebnis einstellen.

Fünfte Woche vom 19.03. - 25.03.2012

Seit nun fast drei Wochen beherrscht ein Hochdruckgebiet die Wetterlage bei uns. Tagestemperaturen an 20° Celsius heran, trieben die Wanderung der Kröten trotz der herrschenden Trockenheit an. So konnten auch in dieser Woche wieder 351 Kröten in Richtung Rallenteich übergesetzt werden. Jetzt treten auch vermehrt Kröten- Rückwanderer auf. Einen bisher nicht erklärbaren Ausfall bilden die Teichfrösche. In den letzten 5 Wochen haben wir noch nicht einmal 5% der Vorjahreszahl erreicht. Insgesamt wurden in dieser Woche 372 Amphibien übergesetzt. In dieser Woche fanden Helfer einen toten Rehbock (Wildschaden) am Zaunanfang und benachrichtigten die Polizei. Weiterhin stand eine Begegnung mit einer Rotte Wildschweinen an, die aus Richtung Rallenteich in 20 Meter Entfernung an den Helfern vorbei stürmten. Amphibienschutz kann doch durchaus abenteuerlich sein.

Sechste Woche vom 26.03. - 01.04.2012

In dieser Woche konnten, bei gleichbleibend trockener Witterung nur wenige Amphibien übergesetzt werden. Zum Wochenende kühlte es deutlich ab und es stellten sich wieder Nachtfröste ein. Die Wanderung der Kröten zum Laichgewässer scheint vorbei zu sein. Erfreulicherweise hatten wir im Vergleich zum letzten Jahr 28 Prozent mehr Kröten übergesetzt. Jetzt warten wir noch bis es mehrere Tage geregnet hat, um eine Aussage über die Froschwanderung machen zu können. Sie fanden sich nach wie vor ganz selten in den Eimern.

Siebte Woche vom 02.04. - 08.04.2012

Bis zum Dienstag fanden sich keine Amphibien in den Eimern. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatten Regenfälle (ca. 7 Liter pro Quadratmeter) die Wanderung der Teichfrösche, wie auch die Rückwanderung der Erdkröten ausgelöst. So konnten am Mittwoch morgens 326 Amphibien übergesetzt werden. Davon waren alleine 195 Erdkröten-Rückläufer und 123 Teichfrösche-Hinwanderer. Bis zum Donnerstag konnten bei wieder trockener Witterung noch ca. 30 Amphibien übergesetzt werden. Dann waren bei zurückgehenden Temperaturen jegliche Wanderaktivitäten bei den Amphibien erloschen. In dieser Woche wurde die Gesamtzahl der übergesetzten Amphibien des Vorjahres (1700) übertroffen (aktuell 1722).

Achte Woche vom 09.04. - 15.04.2012

Zweimal regnete es in dieser Woche und zwar von Montag auf Dienstag und von Dienstag auf Mittwoch. Diese Niederschläge bescherten uns noch einmal 170 Amphibien. Die meisten Tiere waren Kröten-Rückwanderer und Teichfrosch-Hinwanderer. Nach diesen beiden Tagen herrschte wieder trockenes Klima und die Nachttemperaturen gingen zurück, sodass die Aktivitäten der Amphibien wieder auf Null gingen. Als Besonderheit gibt es zu vermelden, dass in dieser Woche von den Helfern zwei prächtige Feuersalamander in den Eimern gefunden wurden.
Die Untere Naturschutzbehörde hat per E-mail die Amphibienaktion für beendet erklärt und lässt die Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder abbauen. Wir werden aber unsere Aktion weiterhin fortsetzen, da bei ca. 200 Amphibien an zwei Tagen mit noch weiterem Wandern der Tiere zu rechnen ist.

Neunte Woche vom 16.04. - 22.04.2012

In dieser Woche herrschte, bei weitgehend trockener Witterung Ruhe am Amphibienzaun. Erst zum Wochenende gab es einige Niederschläge und es verirrte sich ein Salamander in unsere Eimer. In der nächsten Woche sollen die Temperaturen deutlich ansteigen. Dann werden wir sehen, ob die Amphibienaktion fortgesetzt oder beendet wird.

Zehnte Woche vom 23.04. - 27.04.2012

Auch vereinzelte Regenfälle und Temperaturen um 12°C sorgten für lediglich 7 Amphibien in den Eimern, sodass wir am Freitag den Amphibienzaun geöffnet und die eingegrabenen Eimer abgedeckt haben. Die Amphibienaktion 2012 ist beendet. Bereits im Juni sollen die Sanierungsarbeiten der Kreisstraße 180 beginnen, bei denen dann eine neue Amphibienleiteinrichtung mit Tunneln unter der Straße entstehen soll.








Helfer beim Einsammeln der Amphibien








Ein prächtiges Salamander-Weibchen, gefunden am 10.04.2012











Aktuelle Zahlen vom 27.04.2012 und Endergebnis

Erdkröte (bufo bufo) Hinwanderer: 1243 Rückwanderer: 368
  Kreuzkröte (bufo calamita) Hinwanderer: 1 Rückwanderer: 0
Grasfrosch (rana temporaria) Hinwanderer: 14 Rückwanderer: 0
  Springfrosch (rana dalmatina) Hinwanderer: 35 Rückwanderer: 0
Teich- und Wasserfrosch (rana esculenta, rana lessonae) Hinwanderer: 204 Rückwanderer: 0
  Moorfrosch (rana arvalis) Hinwanderer: 0 Rückwanderer: 0
Bergmolch (triturus alpestis) Hinwanderer: 45 Rückwanderer: 0
Teichmolch (triturus vulgaris) Hinwanderer: 4 Rückwanderer: 0
  Fadenmolch (triturus helveticus) Hinwanderer: 0 Rückwanderer: 0
Feuersalamander (salamandra salamandra) Anzahl Tiere: 4 Salamander werden von uns nicht übergesetzt, da der dortige Lebensraum für Salamander nicht geeignet ist.
       
  Amphibien-Gesamtzahl: 1918 Hinwanderer: 1550 Rückwanderer: 368




Statistische Auswertung 2012






Auch die "Kleinen" verstehen warum man den Amphibien helfen muss








Totenstille an Teichen und Weihern - Berliner Forscher untersuchen Ursache des Amphibiensterbens

Biologen des Museums für Naturkunde, der Charité und des Instituts für Biologie der Humboldt-Universität haben sich vorgenommen, einen Hauptverdächtigen für das weltweite Massensterben von Fröschen und anderen Amphibien genauer zu untersuchen: den Hautpilz Batrachochytrium dendrobatidis. Sie setzen dabei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung.

Nächtliche Froschkonzerte könnten bald der Vergangenheit angehören, denn inzwischen hat der seit den 60er Jahren in aller Welt zu verzeichnende Rückgang der Amphibienpopulationen bedrohliche Ausmaße angenommen. Das Amphibiensterben macht selbst vor Lebensräumen nicht halt, die keinen nennenswerten menschlichen Einflüssen unterliegen. „Verantwortlich für diese Entwicklung istwahrscheinlich die sogenannte Chytridiomykose, eine Infektionskrankheit, die durch einen im Wasser
lebenden Hautpilz mit dem wissenschaftlichen Namen Batrachochytrium dendrobatidis hervorgerufenwird“ berichtet Tosten Ohst vom Museum für Naturkunde Berlin und einer der beteiligten Biologen. Derzur Gruppe der Töpfchenpilze gehörende Pilz befällt die Keratinschichten der Haut und beeinflusst sovermutlich den Gas-, Flüssigkeits- und Mineralstoffwechsel. Die Haut verändert sich, häufig wird siemilchig und stumpf. Befallene Amphibien sind lethargisch, verweigern die Nahrungsaufnahme, sitzen lange im Wasser und häuten sich oft, bevor sie schließlich sterben. Vielfach wird die Krankheit erst durch äußere Faktoren wie Klimaänderungen, Stress oder Veränderungen des Lebensraums ausgelöst.

Über die globale Verbreitung des Pilzes, seine Übertragungswege und pathogenen Mechanismen ist nur wenig bekannt. Auch für Deutschland kann bisher nicht gesagt werden, ob der Erreger flächendeckend oder nur punktuell verbreitet ist, welche Amphibienarten von der Infektion betroffen sind und wie die Ausbreitung des Pilzes erfolgt. Um das von Batrachochytrium dendrobatidis ausgehende Gefährdungspotential für einheimische Amphibien einschätzen und nutzbringende Schutzkonzepte entwickeln zu können, haben die Berliner Biologen gemeinsam mit dem Veterinärmediziner Frank Mutschmann vom Institut Exomed und Biologen der Naturschutzstation Rhinluch des Landesumweltamtes Brandenburg ein interdisziplinäres Forschungsprojekt auf den Weg gebracht, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für einen Zeitraum von drei Jahren finanziert wird. „Im Mittelpunkt steht dabei die Aufklärung der Verbreitungsmuster des Pilzes in Deutschland und die Frage, ob er auch bei einheimischen Amphibien für Populationsrückgänge verantwortlich ist“, so Torsten Ohst. Darüber hinaus soll in enger Zusammenarbeit mit polnischen und Schweizer Wissenschaftlern ein europäisches Netzwerk geschaffen werden, das einen schnellen Austausch von Daten und Informationen ermöglicht, die mit der Krankheit in Verbindung stehen.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Projekts ist auch die Mitarbeit der Bevölkerung: das gehäufte Auftreten toter Amphibien ohne erkennbare Todesursache sollte umgehend unter einer der Berliner Telefonnummern 20938728 (Torsten Ohst, Museum für Naturkunde) oder 51067701 (Frank Mutschmann, Exomed) oder per E-Mail (torsten.ohst@museum.hu-berlin.de) gemeldet werden.

Fotos ("Infiziertes Oberhäutchen" eines Wasserfrosches mit Zoospotren vom B. dendrobatidis sowie Foto
eines an einer Chytridinfektion verendeten Wasserfrosches R. esculenta) finden Sie im Downloadordner:
http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Frosch ; Fotocredit: M. Mutschmann
Kontakt:
Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, Invalidenstr. 43, 10115 Berlin
Dr. Jörg Plötner, joerg.ploetner@museum.hu-berlin.de, Tel. +49(0)30 2093 8508

Dr. Gesine Steiner, Öffentlichkeitsarbeit Tel. +49(0)30 2093 8917 Fax. +49(0)30 2093 8914 e-mail gesine.steiner@museum.hu-berlin.de www.naturkundemuseum-berlin.de








Auch die Amphibien im Bereich Rallenteich wurden leider im Jahr 2009 positiv getestet. Für weitere Tests nehmen die Helfer auch in diesem Jahr 2011 Abstriche bei Kröten , Fröschen und Molchen vor. Diese Proben werden dann von Biologen auf die Hautpilzerkrankung hin getestet. Trotzdem verzeichnen wir in diesem Jahr wieder eine Zunahme der Amphibien.




Abstriche an Amphibien werden vorgenommen











Erdkrötenmann und Teichfroschfrau - Wo die Liebe hinfällt...






Amphibienwanderung auch bei Schneeresten

Wetterkapriolen beim Start der Amphibienaktion 2006




Krötenpaar (bufo bufo)








Historie

In den achtziger Jahren hatte alles angefangen. Nachdem von der Ober-Röder NABU-Gruppe beobachtet wurde, dass die Amphibien bei ihrer Wanderung über die Kreisstraße 180 zwischen Eppertshausen und der Thomashütte zum Naturschutzgebiet „Rallenteich“ starke Verluste durch den fließenden Verkehr erlitten, Hunderte bis Tausende von Amphibien wurden überfahren. Man entschloss sich zum Schutz der wandernden Amphibien einen Folienzaun zu installieren. Dieser mußte im Februar errichtet und im Mai wieder abgebaut werden, und das Jahr für Jahr. Für die Zeit der Amphibienaktion mußte dann zweimal täglich kontrolliert und die Amphibien übergesetzt werden, da die Tiere vom Zaun geleitet, in am Zaun in regelmäßigen Abständen eingegrabene Eimer fielen.

Nach Fertigstellung des Ausbaus der Bundesstraße B45a wurde auch im Bereich dieser Zufahrten und des Streckenverlaufes im Bereich Ober-Roden ein verstärkter Amphibienschutz nötig. So ergab sich, daß die NABU-Gruppe Ober-Roden 1987 an Manfred Hechler herantrat, der damals schon lange im Naturschutz des Odenwaldklub Eppertshausen tätig war, den Amphibienschutz an der Kreisstraße 180, Bereich „Rallenteich“ zu übernehmen.

Relativ schnell rekrutierte sich eine kleine Gruppe (15 - 25 Mitglieder) begeisterter Helfer. Jährlich wurde der Amphibienzaun errichtet und die Übersetzaktion durchgeführt. Die Hoffnung auf Amphibientunnel unter der Straße, so daß die Amphibien selbst unter der Straße hindurchwandern können, zerschlug sich nach ein paar Jahren, da das Geld für solche Baumaßnahmen immer knapper wurde.

Nachdem sich herausgestellt hatte, daß jedes Jahr ungefähr 3000 Tiere übergesetzt wurden, entschloss man sich 1994 einen festen Holzzaun zu errichten. Es wurde Holz bestellt, und in einer mehrwöchigen Aktion auf dem Eppertshäuser Festplatz wurden Zaunelemente von ca. 3,5 m Länge gefertigt. Diese transportierten die Helfer dann vor Ort und so wurde der Holzzaun mit einer Gesamtlänge von ca.700 m an der Kreisstraße errichtet, mit vielen Helfern vom OWK, aber auch aus Münster. Diese Aktion erübrigte den Abbau des Zaunes. Was nicht entfiel, das war das Schließen des Zaunes im Februar, die Kontrolle und das Übersetzen der Amphibien; das Öffnen des Zaunes (alle 20 m wird eine Durchlaßöffnung geschaffen), sowie das Abdecken der Eimer im Mai. Dann können die Kleintiere durch den Zaun über die Straße wechseln.

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Wissenswertes über Amphibien

Nahrungskette von Amphibien

Aktionsradien von Amphibien

Lebensräume der Amphibien

Wanderverhalten von Amphibien

Vereinfachte Bestimmung von Froschlurchen

Vereinfachte Bestimmung von Schwanzlurchen

Quellennachweis:
Ein Teil der Abbildungen entstammt der Schriftenreihe der Straßenbauverwaltung Baden Würtemberg - Heft 4 Amphibienschutz - Leitfaden für Schutzmaßnahmen an Straßen




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