Konzert 2009 es dirigiert Claus Murmann




Konzert 2009 es dirigiert Katja Berker




Weitere Bilder unter "Fotos" - "Orchester"







Konzert am 01.04.2006 in Eppertshausen

Die Mitglieder des Mandolinenorchesters Codigorese

Konzertprogramm

Deutsch-Italienisches „Concerto grosso“

Zu einer äußerst fruchtbaren Begegnung der „Gruppe Mandolonistico Codigorese“ und dem Mandolinenorchester des Odenwaldklubs Eppertshausen kam es Ende März und Anfang April 2006. Die bereits donnerstags angekommenen Gäste überraschten ihre Gastgeber, die Vertreter der Gemeinde Eppertshausen, den Partnerschaftsverein Codigoro und das OWK-Mandolinenorchester mit einem typisch italienischen Essen und erlesenen Weinen im Haus der Vereine. Im Laufe dieses Abend kam es zu vielen persönlichen Kontakten und die heitere Musik der Gäste, von einigen OWK-Zupfern unterstützt, hatte daran wesentlichen Anteil.
Am Freitagmorgen hatte die Gemeinde Eppertshausen zu einem Empfang im Rathaus eingeladen, bei dem sowohl der Bürgermeister aus Codigoro Enea Gandolfi und Bürgermeister Carsten Helfmann auf die Kulturelle Bedeutung dieses Besuches hinwiesen.
Auf Kloster Engelberg entdeckten die vorwiegend Wein trinkenden Gäste ihren Geschmack auf Schwarzbier, das auf der Weiterfahrt nach dem Mittagessen die Sangesfreude wesentlich steigerte. Nach Miltenberg stand Amorbach auf dem Besuchsprogramm; dessen Tageshöhepunkt wohl das Orgelkonzert in der barocken Abteikirche war. Wesentlich lockerer ging es am Abend in der TAV-Gaststätte zu, wo das OWK-Mandolinenorchester Stimmungslieder spielte und alle Gäste zum Schunkeln animierte.
Eindrücke vom Weltflughafen Rhein-Main nahmen die Italiener auf und holten dort auch einige „Nachzügler“ ab, ehe es in die Innenstadt von Frankfurt ging.
Vor der Rückkehr zur Mehrzweckhalle hatten die OWK-Frauen eine große Kaffee-Tafel mit köstlichen Kuchen – von denen einige Rezepte sofort notiert wurden, aufgebaut. Nach der, dank der guten Vorbereitung nur kurzen gemeinsamen Probe, gestaltete sich das gemeinsame Kaffee-Trinken zu einer labenden süßen Stärkung. Es blieb für alle Akteure nur wenig Zeit, sich für den großen Auftritt am Abend vorzubereiten und schon um 19,00 Uhr waren beide Orchester in „Gala“ in der Mehrzweckhalle, die beruhigend früh vor Konzertbeginn gut besetzt war.
Das OWK- Orchester hatte auf der Bühne Platzgenommen und pünktlich öffnete sich der Vorhang. Auf der Bühnenrückwand standen sich symbolisch der Campanile der berühmten Abbania Pamposa und der Kirchturm der Pfarrkirche St. Sebastian gegenüber. Der erste Vorsitzende des OWK- Eppertshausen, der dieses Bühnenbild entworfen hatte, begrüßte besonders die Bürgermeister von Codigoro und Eppertshausen, die Vertreter der Kirchen, den OWK- Ehrenvorsitzenden Hans Krickser.
Claus Murmann führte das Orchester weiter und ließ die Welt aus 1001-Nacht mit dem Besuch eines „Persischen Marktes“ lebendig werden. Heitere Tänze und schwermütige Weisen vermittelten einen Einblick in die russische Seele mit den „Slawischen Volksweisen“. Ehe der Entertainer von Scott Joplin erklang, wurde es einmal nostalgisch, als die Glühwürmchen von Paul Lincke durch den Saal flimmerten und schimmerten.
Danach wurden für 25-jährige Orchestermitgliedschaft Dagmar Murmann, Irmtrud Schledt, Markus und Ursula Blum, sowie Claudia Murmann für besondere Verdienste in den vorbereitenden Orchesterproben geehrt. Inzwischen hatten einige Nachwuchsspieler zwischen ihren Ausbildern Platz genommen, gemeinsam wurde mit einem Japanischen Volkslied an die Orchesterreise nach Japan vor genau 25 Jahren erinnert. Mit dem Beatle-Song „When I’m sixty four“ endete der erste Programmteil.
Nach der Pause überraschten die Freunde aus Italien mit einer besonderen Geste, indem sie die Nationalhymnen beider Länder spielten, die von den Besuchern stehend mitgesungen wurden.
Mit der Ouvertüre zu Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ demonstrierte das unter Leitung von Pierangelo Boccaccini seine brillante Technik, die auch die schwierigsten Passagen mühelos erscheinen ließen. Sehr feinfühlig dagegen wurde das „Intermezzo Sinfonico“ aus der Oper Cavalleria Rusticana von Pietro Mascagni vorgetragen.
Schwungvoll erklang der Konzertwalzer „ I pattinatori“ von Emil Waldteufel., dem sich original italienische Musik mit südlicher Lebensfreude in der „Suite Napoletana“ anschloss.
Mit extrem leisem, kaum hörbarem Tremolo, fast dem feinem Bogenstrich der Geigen vergleichbar begann das Vorspiel zum 1. Akt der Oper „La Traviata“, ein jedem Opernfreund bekanntes Werk von Verdi.
Die kraftvolle Stimme des „verschmitzten“ Tenors Loris Piva, der mit der Opernarie „Core ingrato“ und der italienischen Weise „O sole mio“ das Publikum begeisterte, leitete zu den Vorträgen der Sopranistin Rita Pedretti über. Mit ihrem glasklaren Koloratursopran meisterte sie spielend alle Schwierigkeiten von „Sempre libera“ und setzte mit der „Cavatina di Rosina“ aus dem Barbier von Sevilla den absoluten Höhepunkt ihres Auftritts. Stehende Ovationen ließen die Mehrzweckhalle erbeben.
Als sich beide Orchester zu den gemeinsamen Schlussvorträgen formierten, wurde es eng auf der Bühne. Sichtlich zufrieden über die gelungene Begegnung und das hochkarätige Konzert beschworen beide Bürgermeister die deutsch-italienische Freundschaft. Nach dem Austausch der offiziellen Gastgeschenke bedankte sich Norbert Anton mit Blumen bei den Dirigenten und Frau Barbara Towova, die während der gesamten Besuchszeit und während des Konzerts als Dolmetscherin fungierte.
Die Eppertshäuser Orchestermitglieder verteilten an ihre italienischen Freunde je einen kleinen Tonkrug aus der Töpferei Müller. Der OWK- Vorsitzende dankte den zahlreichen Zuhörern für ihren Besuch und allen, die durch ihre vielseitige und gründliche Vorbereitung der Begegnung zu diesem großen Erfolg verhalfen.
Abgerundet wurde das Programm durch zwei gemeinsame Schlussstücke. Die sehr gefällige „Celebra Serenata“ aus dem Ballett „Die Millionen des Harlekin“ wurde von Claus Murmann geleitet. Maestro Pierangelo Boccaccini setzte den Schlusspunkt mit dem Walzer Nr. 2 von Schostakowitsch.
Die dankbaren Zuhörer spendeten begeisterten Applaus und waren sich mit dem Odenwaldklub einig, dass dieses Konzert die lange Kette der internationalen Konzerte um eine weitere Perle bereichert hat. Entspannt und locker gestaltete sich das gemütliche Beisammensein bis in den frühen Morgen.
Nach dem Sonntagsfrühstück nahmen einige Gäste die Gelegenheit zu einer Ortsrundfahrt wahr. Mit dem abschließenden Mittagessen in der rustikalen Scheune auf der Thomashütte endete die herrliche Begegnung beider Orchester.
Nach einem Abstecher zur Besucherterrasse der Grube Messel hatten die Gäste einen interessanten erdgeschichtlichen Einblick. Nach einem gut besuchten Kirchenkonzert in Groß-Zimmern traten die sympathischen Musiker und deren Begleitpersonen die lange Heimreise in die Poebene an.


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